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Dtsch Arztebl 2019; 116(50): A-2359

mls; MW; BE; BB

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Increlex®: Risiko für gutartige und bösartige Neoplasien –Increlex® (Ipsen Pharma) ist zur Langzeitbehandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen (Alter von 2 bis 18 Jahren) mit bestätigtem schweren primären IGF-1-Mangel indiziert. Es enthält den Wachstumsfaktor Mecasermin (Insulin-like Growth Factor-1; rh-IGF-1). Die IGF-Familie wurde in zahlreichen Studien mit der Entstehung von humanen gutartigen oder bösartigen Neoplasien in Verbindung gebracht.

Aktuell wurden Neoplasien beobachtet, die in einem plausiblen Zusammenhang mit der Anwendung von Mecasermin stehen. Die Inzidenz benigner und maligner Neoplasien war bei Patienten, die Mecasermin nach der Marktzulassung erhielten, höher als die zugrunde liegende Inzidenz in dieser Patientenpopulation. Es handelt sich um verschiedene maligne Erkrankungen, auch seltene, die üblicherweise nicht im Kindesalter auftreten. Ärzte sollten daher auf mögliche Malignome achten und die Fachinformation genau befolgen. mls

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 2019–67

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Zulassung für neuen VEGF-Hemmer Brolucizumab bei feuchter AMD erwartet – Die mit VEGF-Inhibitoren unter Alltagsbedingungen erzielten Behandlungsergebnisse reichen oft nicht ganz an die in den klinischen Studien heran. Ein Grund dafür liege in der mangelnden Adhärenz besonders der älteren Patienten aufgrund der zahlreichen Arzttermine, erläuterte Prof. Dr. med. Armin Wolf, München, auf einer Presseveranstaltung von Novartis.

Mit dem humanisierten Einzelketten-Antikörperfragment Brolucizumab steht nun ein neues Präparat vor der Zulassung, das standardmäßig nur noch alle 12 Wochen injiziert werden soll. Es hat sich in den Zulassungsstudien im Vergleich zu Aflibercept (Injektion alle 8 Wochen) in Bezug auf den Anstieg des bestkorrigierten Visus (BCVA) nach 48 Wochen als nicht unterlegen erwiesen. Aktuelle Daten zeigen, dass die Visusgewinne bis Woche 96 aufrechterhalten werden konnten.

Mit Blick auf die zentrale Netzhautdicke, die Flüssigkeitsreduktion im Auge und die Krankheitsaktivität schnitt die neue Substanz besser ab. Bei gut der Hälfte der Patienten reichte das 12-wöchige Applikationsintervall aus; bei den anderen musste das Behandlungsintervall auf 2 Monate verkürzt werden. BE

Quelle: Pressegespräch „Ein Grund zu ,relaxen’? Neue Ansätze im nAMD-Management“, Frankfurt am Main, 25. November 2019; Veranstalter: Novartis Pharma GmbH

Dupilumab bei Jugendlichen mit atopischer Dermatitis – Seit August 2019 können Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen, mit Dupilumab (Dupixent®, Sanofi Genzyme) behandelt werden. Diese Zulassung wurde aufgrund der positiven Ergebnisse der AD ADOL-Studie mit 250 Jugendlichen erteilt. Eine Post-hoc-Analyse zeigte, dass sich unter Dupilumab der Juckreiz schon am Tag 5 signifikant besserte (Peak Pruritus NRS: p < 0,05).

Auch der Schlaf der Patienten besserte sich unter Dupilumab rasch und anhaltend. Über 90 % der Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis leiden an 5 bis 7 Tagen der Woche nicht nur unter stark ausgeprägtem Juckreiz, sondern auch unter Schlafstörungen.

Dupilumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der die Signalwege von IL-4 und IL-13 hemmt. Diese Interleukine treiben die Typ-2-Inflammation und spielen bei atopischer Dermatitis sowie bei Asthma und chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen eine wichtige Rolle. MW

Quelle: Satellitensymposium „Management of Moderate to Severe Atopic Dermatitis in the Era of Targeted Treatments“, Madrid, 11. Oktober 2019; Veranstalter: Sanofi Genzyme

Kürzere Innovationszyklen in der Hämato-Onkologie – Die zunehmende Übersetzung molekularbiologischer Erkenntnisse verändert Diagnose- und Therapiealgorithmen von Tumortherapien. Gleichzeitig können immer mehr Krebserkrankungen mit gezielt wirksamen Substanzen behandelt werden. Der Demografie geschuldet sei zudem künftig mit deutlich mehr Krebspatienten und einer erhöhten Komorbidität zu rechnen, hieß es beim 6. Fachsymposium Onkologie in Berlin.

Gesundheitsexperten diskutierten aktuell die Herausforderungen, vor denen die onkologische Disziplin steht – von Studienkonzepten über die Bewertung neuer Arzneimittel bis hin zur Optimierung der zunehmend personalisierten Therapien. Das Fachgebiet sucht neue Wege, um verantwortungsbewusst mit dem enormen Potenzial, aber auch den hohen Kosten umzugehen. bb

Quelle: 5. Fachsymposium Onkologie, Berlin, 6. November 2019; Veranstalter: Springer Medizin, Pfizer und MSD

Asthma-Selbstmanagement mit Biologikum Benralizumab – Für die Selbstapplikation von Benralizumab (Fasenra®, Astra Zeneca) bei schwerem eosinophilen Asthma steht ab sofort neben der Fertigspritze auch der Fertigpen als neue Darreichungsform zur Verfügung. Die einfache Handhabung ermöglicht Patienten eine bequeme Selbstapplikation in ihrer gewohnten Umgebung.

Die korrekte Applikation des Biologikums bedeutet mehr Eigenverantwortung für Patienten. Insbesondere zu Beginn können Fragen oder Unsicherheiten auftauchen. Etwa zur Vorbereitung der Injektion, zu geeigneten Injektionsstellen oder, was es im Falle einer Flugreise mit Pen oder Spritze zu beachten gilt. Der Patientenservice Connect 360° bietet hierfür mit einer Hotline oder einer Vor-Ort-Betreuung im Bedarfsfall individuelle Hilfe durch geschultes Personal. mls

Quelle: Pressemitteilung der AstraZeneca GmbH vom 13. November 2019

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