ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2019Verkehrssicherheit: Neue Patientenleitlinie zu Diabetes und Straßenverkehr

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Verkehrssicherheit: Neue Patientenleitlinie zu Diabetes und Straßenverkehr

Dtsch Arztebl 2019; 116(50): A-2369 / B-1945 / C-1885

Hillienhof, Arne

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Eine Blutzuckermessung vor jedem Fahrtantritt gehört zu den Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Foto: Montri/stock.adobe.com
Eine Blutzuckermessung vor jedem Fahrtantritt gehört zu den Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Foto: Montri/stock.adobe.com

Fast alle Diabetespatientinnen und -patienten dürfen aktiv am Straßenverkehr teilnehmen – sowohl am Steuer eines Privat-Pkw als auch beruflich als Taxi-, Bus- oder Lkw-Fahrer. Darauf hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hingewiesen. Sie gibt nun neue Hinweise, die zur Sicherheit beitragen sollen.

Die Fachgesellschaft hat dafür eine Patientenleitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ herausgegeben, die in patientenverständlicher Sprache den Stand der Wissenschaft wiedergibt und Betroffenen eine Orientierung bieten soll.

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In Deutschland ist laut der DDG schätzungsweise jeder zehnte Führerscheininhaber zuckerkrank. Viele Menschen hätten die Vorstellung, dass Menschen mit Diabetes im aktiven Straßenverkehr deutlich mehr Unfälle verursachen als Gesunde. „Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine Diabeteserkrankung per se nicht die Unfallhäufigkeit erhöht“, erklärte der Mediensprecher der DDG, Prof. Dr. med. Baptist Gallwitz. Auch ein hoher Langzeitblutzuckerwert oder eine Insulintherapie seien per se zunächst kein Sicherheitsrisiko, so Gallwitz. Allerdings könne sich das Unfallrisiko für Menschen mit Diabetes deutlich erhöhen, wenn die Therapie nicht sorgfältig erfolge und es wiederholt zu Unterzuckerungen komme. Die DDG rät Patienten mit Insulinbehandlung daher, vor jedem Fahrtantritt den Blutzucker zu messen. Liege dieser unter 90 mg/dl (5 mmol/l) sei eine Kohlehydratzufuhr dringend zu empfehlen.

Bei längeren Fahrten empfiehlt die Fachgesellschaft mindestens eine dreistündliche Blutzuckermessung. Außerdem müssten Menschen mit Diabetes Beeinträchtigungen, die aus Folge- und Nebenerkrankungen des Diabetes entstehen, realistisch einordnen. Sehstörungen durch eine diabetische Netzhauterkrankung könnten zum Beispiel ein großes Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr sein. „Patienten müssen hier sehr genau über Einschränkungen ihrer Fahrtauglichkeit aufgeklärt werden, aber auch darüber, ob diese Einschränkungen beispielsweise mit technischen Maßnahmen kompensiert werden können“, hieß es aus der Fachgesellschaft. hil

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