ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2000Parodontitis marginalis und kardiovaskuläre Erkrankungen: Paradigmenwechsel hat stattgefunden

MEDIZIN: Diskussion

Parodontitis marginalis und kardiovaskuläre Erkrankungen: Paradigmenwechsel hat stattgefunden

Dtsch Arztebl 2000; 97(6): A-324 / B-258 / C-246

Aschoff, Jürgen

Zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. dent. Thomas Kocher Priv.-Doz. Dr. med. Bernd Griewing Dr. med. habil. Wolfgang Lösche in Heft 42/1999
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Autoren berichten über die Risiken der Parodontitis, die höher eingeschätzt werden als beispielsweise der Risikofaktor Rauchen. Diese Erkenntnis hätte man allerdings auch schon mindestens vor 40 Jahren haben können. Die ersten Veröffentlichungen wurden bereits von einem Engländer namens Rush (17891798) getätigt. In den 50er-Jahren haben von Brehmer und Zahnärzte wie Glaser-Türk die Zahnsanierung (nicht nur die des Zahnfleisches) bei Erkrankungen wie Rheuma und Krebs sowie Gefäßerkrankungen durchgeführt. Eine Einengung der Forschung auf die Gefäßproblematik ist für die Zukunft sicher nicht ausreichend. Wenn, wie im Artikel berichtet, die Erreger in der Zirkulation nachweisbar sind, kann es keine Erkrankung geben, die nicht ungünstig beeinflusst wird. Hier wird in dem Artikel auch mit dem Dogma aufgeräumt, eine bakterielle Sepsis erfordere Fieber. In unserer Praxis werden seit langem Fibrinbestimmungen analytisch und mikroskopisch und andere Hinweisdiagnostika wie etwa Erythrombenbildung (so genannte Geldrollenbildung), BSG, Cholinesterase im Serum, transkutaner pO2 (Sauerstoffdiffusionsdruck im Gewebe), Mikroalbuminurie (Mikraltest Firma Roche) sowie Beta 2 Mikroglobulinbestimmung durchgeführt, Bakterienformen im Dunkelfeld im Blutausstrichpräparat, insbesondere Siphonospora polymorpha v. Brehmer, heute klassifiziert als Propionibacterium acnes DSM 4217, gewonnen aus der Bakterienflora menschlicher Zahngranulome durch Überimpfung. Der von von Brehmer klassifizierte Erreger wurde vom Robert Koch-Institut anerkannt. Nach entsprechender Therapie mit dem zugelassenen "Impfstoff" Arthrokehlan (aus diesem Erreger hergestellt) in der Nachbehandlung nach Zahnextraktion beherdeter Zähne stellte sich oft ein deutlicher und dauerhafter Therapieerfolg insbesondere bei Erkrankungen wie Rheuma, MS, Herz-Kreislauf-Erkrankungen - um nur einige zu nennen - ein. Die Therapien erfreuen sich einer über 40-jährigen Beobachtungszeit einiger Patienten, da mein Vater bereits früh die Bedeutung dieser Therapie bei Fokalbelastungen erkannte. Umgekehrt konnte bei unklarer Herdsituation das Arthrokehlan als Mittel zur Demaskierung kranker Zahn- und Kieferbereiche dienen, da die Patienten mit entsprechender Schmerzsymptomatik reagierten. Selbstverständlich gibt es eine ganze Liste weiterer pathogener stomatogener Bakterien. Aber gerade von Brehmers Erreger scheint besonders immunsuppressiv zu sein und früh zu Septikämien zu führen.


Literatur beim Verfasser


Jürgen Aschoff
Katernberger Straße 76
42115 Wuppertal

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema