ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2019Patientenfixierung: Politische Diskussion erforderlich
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Danke für den interessanten Artikel und die Empfehlungen, lenkt er doch die Aufmerksamkeit auf ein tabuisiertes Thema, welches aufgrund des demografischen Wandels immer häufiger vorkommt und somit durchaus Relevanz hat. Mehrheitlich sind hingegen Überwachungen ohne Gefahr für Leib und Leben notwendig, dabei sind mir drei Gedanken gekommen:

1.) Vergangenheit: Als PJ-Student habe ich miterlebt, dass Patienten postoperativ fixiert wurden, weil sie sonst „nerven“ könnten. Ich hoffe sehr, dass heutzutage kein Kollege auch nur ansatzweise auf so eine menschenverachtende Idee kommt, denn dann hat er seinen Beruf eindeutig verfehlt.

2.) Gegenwart: Wie aber sieht die Realität aus, wenn Patienten ohne Gefahr für Leib und Leben überwacht werden müssen? Im besten Fall hat man eine studentische Sitzwache, die als humanoide Klingel fungiert. Im schlechtesten Fall kann sich die Nachtschwester, die für 35 Betten und die Betreuung des Notdienstzimmers zuständig ist, eben selber kümmern. Da hilft auch mal ein vor die Tür gestellter Nachttopfdeckel, der beim Öffnen der Tür scheppert, irgendjemand wird es schon hören. Tipp (cave Zynismus): Bei solch mobilen Patienten empfiehlt es sich zudem sehr, das Fenster noch abzuschließen. 3.) Zukunft: Machen wir uns nichts vor, durch die fortlaufende (und politisch gewollte) Öko­nomi­sierung ist eine Besserung nicht in Sicht. Und wenn man so will, dann führt dies wie immer zu der unausweichlichen Diskussion: Wir als Gesellschaft müssen uns irgendwann entscheiden, was für ein Gesundheitssystem wir haben wollen und was wir dann eben bereit sind dafür zu bezahlen.

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Dr. med. Dr. med. dent. Sven Holger Baum, 45131 Essen

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