ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2019Nephrologie: Neue S3-Leitlinie zu chronischer nichtdialysepflichtiger Nierenerkrankung

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Nephrologie: Neue S3-Leitlinie zu chronischer nichtdialysepflichtiger Nierenerkrankung

Dtsch Arztebl 2019; 116(51-52): A-2416 / B-1984 / C-1924

Hillienhof, Arne

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Eine neue Leitlinie zur Betreuung von Patientinnen und Patienten mit chronischer nichtdialysepflichtiger Nierenerkrankung in der Hausarztpraxis hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) erarbeitet.

Bei vielen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung handelt es sich um eine leichtgradige Form, die in der Regel keiner intensiven Therapie bedarf. Foto: Crystal light/stock.adobe.com
Bei vielen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung handelt es sich um eine leichtgradige Form, die in der Regel keiner intensiven Therapie bedarf. Foto: Crystal light/stock.adobe.com

In Deutschland weisen Schätzungen zufolge rund zehn Prozent der Bevölkerung eine chronische Nierenkrankheit auf. Bei vielen liegt aber laut den Fachgesellschaften nur eine leichtgradige, oft altersbedingte Nierenschwäche vor, die in der Regel nicht schnell voranschreitet und daher auch keiner intensiven Therapie und fachärztlichen Versorgung bedarf. „Die meisten Patienten mit Nierenfunktionseinschränkung können vom Hausarzt optimal versorgt werden“, stellen DEGAM und DGfN klar. Wie dies zu erfolgen hat, klären die Handlungsempfehlungen der Leitlinie.

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Im Fokus stehen die Blutdruckeinstellung und gegebenenfalls die Blutzuckereinstellung sowie eine Überprüfung und Anpassung der Medikamente und die regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion. Im Sinne einer wirksamen Prävention seien laut DGfN die Haus- und Allgemeinmediziner die wichtigsten Weichensteller.

„Wichtig ist, dass potenziell nierenschädigende Medikamente bei diesen Patienten abgesetzt und die Patienten auch vom Arzt über nephrotoxische Nebenwirkungen von freiverkäuflichen Medikamenten aufgeklärt werden“, erklärte Prof. Dr. med. Jean-François Chenot, Sprecher der Sektion Qualitätsförderung der DEGAM.

Die neue DEGAM-Leitlinie empfiehlt jedoch die Überweisung zum Nephrologen, wenn Blut im Urin ist, das nicht durch eine urologische Erkrankung erklärbar ist, nennenswerte Mengen Eiweiß im Urin sind, der Blutdruck auch mit drei Medikamenten nicht zu kontrollieren ist, die Nierenfunktion rasch abnimmt oder ein begründeter Verdacht auf eine spezifische Nierenerkrankung vorliegt.

Die Leitlinie ist in einer Lang- und Kurzfassung verfügbar. Sie hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2024. hil

http://daebl.de/KK73

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