ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2019Klimawandel: Real, aber auch fragwürdig
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Was mich an Ihrem Artikel … verwundert, ist, dass … realen Bedrohungen durch den Klimawandel (das wäre z. B. die Ausbreitung von Aedes Sp. nach Mitteleuropa und der durch sie übertragenen Infektionen, z. B. Dengue) … eine Vielzahl von eher fragwürdigen Bedrohungen zur Seite gestellt wird. Da wäre die Ausbreitung des West-Nil-Virus zu nennen, die nicht so einfach mit der globalen Erwärmung zu begründen ist, sondern eher komplexe, wahrscheinlich noch nicht ganz verstandene Ursachen hat (z. B. Vogelzugrouten, globaler Handel mit Vögeln, Vorkommen von Culex-Sp. mit breitem Wirtsspektrum). …

In einem kühlen und verregneten Sommer ist kaum mit Wassertemperaturen in der Ostsee über 20 Grad Celsius zu rechnen, der Kälte wegen mit wenig Vibrionen und … wenig Badegästen. Da kann es dann auch kaum Infektionen geben … Aber wenn die Badegäste … Wassertemperaturen über 20 Grad Celsius bevorzugen, … wird man sie am Mittelmeer oder noch weiter südlich finden. Bedrohlich war deren Badeurlaub dort im warmen Wasser nicht … Also: aus der etwas wärmeren Ostsee ein klimatisches Bedrohungsszenarium für den Badegast … oder Durchschnittbürger zu machen, ist nicht seriös. … Ich würde einem Immunsupprimierten mit offenen Wunden auch von einem Bad in einem unter 20 Grad Celsius warmen Oberflächengewässer ärztlich abraten.

Ich stimme gerne zu, dass eine Hitzewelle für ältere Menschen gefährlich sein kann. Aber die große Übersterblichkeit bei diesen wie auch bei den Patienten mit kardiovaskulären und pulmonalen Erkrankungen sehen wir in den Todesfallstatistiken im Winter … Das wird zum Großteil der Influenza, aber auch anderen respiratorischen Virusinfektionen zuzuschreiben sein. Diese sind in der kalten Jahreszeit epidemisch und verlaufen auch schwerer als im Sommer. Man könnte deshalb sogar spekulieren, dass sich für diese Gruppen (und damit auch für den Durchschnittsbürger, der statistisch gesehen ziemlich alt wird) durch eine globale Erwärmung sogar eher ein Rückgang der Mortalität übers ganze Jahr gesehen ergeben könnte … Seit 50 Jahren fahre ich meist mit dem Fahrrad … und hoffe, dass das gesund ist … Aber es ist doch grober Unfug zu schreiben, dass öffentliche Verkehrsmittel gesund wären. Denn beim Sitzen im Bus oder dicht gedrängten Stehen in der U-Bahn hat man keine Bewegung. Und was soll denn sonst an den öffentlichen Verkehrsmitteln gesund sein? Die Übertragung respiratorischer Viren durch Tröpfcheninfektion ist es sicher nicht. …

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Dr. med. Albert Heim, 30627 Hannover

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