ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2019Autoimmunerkrankungen: Europaweite Studie soll personalisierte Therapie verbessern

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Autoimmunerkrankungen: Europaweite Studie soll personalisierte Therapie verbessern

Dtsch Arztebl 2019; 116(51-52): A-2407 / B-1978 / C-1918

Hillienhof, Arne

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Ähnliche Muster identifizieren, in Biomarker überführen und daraus Behandlungswege entwickeln – das ist das Ziel der Studie. Foto: mauritius images
Ähnliche Muster identifizieren, in Biomarker überführen und daraus Behandlungswege entwickeln – das ist das Ziel der Studie. Foto: mauritius images

Ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen von Autoimmun-, Allergie- und Entzündungszuständen soll eine europaweite Analyse von mehr als 50 000 Patientinnen und Patienten in 50 klinischen Studien ermöglichen.

Das Forschungskonsortium „3TR – Identification of the Molecular Mechanisms of non-response to Treatments, Relapses and Remission in Autoimmune, Inflammatory, and Allergic Conditions“ vereint Expertinnen und Experten von 69 Partnerinstitutionen aus 15 europäischen Ländern. Der Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg ist Teil des Konsortiums.

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„3TR ist eine bemerkenswerte Kooperation von Kliniken, Grundlagenforschern und Unternehmen. Zum Teil arbeiten hier Firmen gemeinsam an besseren Behandlungsmöglichkeiten, die eigentlich in Konkurrenz zueinander stehen. Darüber hinaus wird die enge Einbindung medizinischer Einrichtungen dazu beitragen, relevantes Wissen rasch in Kliniken umzusetzen“, sagte Prof. Dr. med. Bernd Schmeck, der das Marburger Teilprojekt gemeinsam mit Prof. Dr. med. Claus Vogelmeier leitet.

Der europäische Verbund wird sieben immunvermittelte, allergische und entzündliche Krankheiten analysieren: Systemischer Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, entzündliche Darm­er­krank­ungen einschließlich Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Asthma und Chronische obstruktive Lungenerkrankung. „Auf den ersten Blick erscheinen diese Krankheiten sehr unterschiedlich. Es gibt allerdings Hinweise, dass es auf molekularer Ebene ähnliche Muster gibt“, sagte Schmeck.

Bei der Studie sollen diese Muster identifiziert und in Biomarker überführt werden, um damit Behandlungswege sowie das Krankheits- und Patientenmanagement zu verbessern. Dafür werden Daten beispielsweise zu molekularen Profilen in Blutzellen von mehr als 50 000 Patienten auf einer zentralen Datenverwaltungsplattform zusammengeführt.

Das Vorhaben wird mit mehr als 80 Millionen Euro über sieben Jahre von der „Innovative Medicines Initiative 2“ (IMI2) gefördert, einem gemeinsamen Unternehmen der Europäischen Union und des Europäischen Verbands der pharmazeutischen Industrie und Verbände. hil

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