ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2000Über die Bekämpfung von Depressionen bei Muscheln: Satirezeitschriften

VARIA: Schlusspunkt

Über die Bekämpfung von Depressionen bei Muscheln: Satirezeitschriften

Dtsch Arztebl 2000; 97(6): [72]

Combach, Rolf

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LNSLNS Seit mehr als vier Jahrzehnten macht sich die legendäre Satirezeitschrift "Journal of irreproducible research" über die Wichtigtuerei und die teilweise abstrusen Forschungsthemen und -methoden lustig. In scheinbar hoch wissenschaftlicher Sprache wird über fiktive Studien berichtet, zum Beispiel dass die Erde bald kippen wird. Grund: Die Auflage des schweren National Geographic Magazine nimmt weiter zu. Auch werden Methoden zur Messung des Intelligenzquotienten von Pflanzen vorgestellt. Das Jahresabo kostet für Europa 36 $. Die jüngste Konkurrenz kommt ebenfalls aus Amerika und heißt: "Annals of improbable research". Jahresabo: 40 $. Die Satiriker verleihen jährlich einen eigenen Nobelpreis in Harvard und befassen sich mit Themen wie dem Verhältnis von Fuß- zu Penislänge, einem Schutzanzug gegen Grizzly-Bären, der Entdeckung, dass Wasser ein Gedächtnis hat und dieses über das Internet transportiert werden kann, sowie die Bekämpfung von Depressionen bei Muscheln.
Das allerneueste Werk auf dem Satiremarkt ist "The Best of Annals of Improbable Research" (14,95 $). Hier einige Beispiele der darin enthaltenen Studienberichte: Es gibt keine Korrelation zwischen der Häufigkeit des Wortes "Paradigma" und der globalen Erwärmung; Messung der Hirntätigkeit beim Urinieren; ein Thermometer, das anzeigt, wann der Patient aus dem Krankenhaus entlassen werden kann. Außerdem gibt es eine Studie, die zeigt, wie weit man Pommes frites werfen kann.
Die Wissenschaft ist zu wichtig, als dass man nicht über sie lachen sollte! Übrigens: Es gibt eine ähnliche Zeitschrift seit 1986, die sich über die Psychiatrie lustig macht: "Journal of polymorphous perversity". Rolf Combach
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