ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/201952. Änderung der Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung vom 1. April 1995: Artikel 1, Artikel 2, Artikel 3, Inkrafttreten

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

52. Änderung der Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung vom 1. April 1995: Artikel 1, Artikel 2, Artikel 3, Inkrafttreten

Dtsch Arztebl 2019; 116(51-52): A-2417 / B-1985 / C-1925

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Bekanntmachungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin – einerseits – und der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen), K.d.ö.R., Berlin – andererseits – vereinbaren Folgendes:

52. Änderung der Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung
vom 1. April 1995 (Anlage 2 BMV-Ä)

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Artikel 1
Änderungen der Vordruckvereinbarung

1. Die Nummer 2.39 ändert sich wie folgt:

Muster 39: Krebsfrüherkennung Zervix-Karzinom (Stand: 01.2020)1

2.39.1 Muster 39 wird für die zytologische Befundung im Rahmen der Krebsfrüherkennung gem. G-BA-Richtlinie verwendet.

2.39.2 Das Muster 39 besteht aus zwei Teilen:

Muster 39a: Ausfertigung für den untersuchenden Arzt

Muster 39b: Ausfertigung für den zytologisch tätigen Arzt

2.39.3 Der Vordruck erhält keinen farbigen Flächendruck. Für das Muster 39b ist blaues Papier zu verwenden. Nr. 1.1.5 gilt entsprechend. Der Formularsatz erhält das Format DIN A 4 hoch.

2. In Abschnitt 4 wird die Protokollnotiz zu Abschnitt 1 Abs. 1 Nr. 1.1.1 (Stand: 01.07.2017) wie folgt geändert:

Der Eintrag zu Muster 20 wird gestrichen.

Artikel 2
Änderungen der Vordruckerläuterungen

1. Die Vordruckererläuterung zu Muster 5 ändert sich unter Nr. 6 wie folgt:

6. Das Geschlecht des Patienten wird im rechten Feld durch einen Buchstaben angegeben (D = divers, M = männlich, W = weiblich, X = unbestimmt). Die Bedruckung erfolgt durch das Auslesen der Information von der elektronischen Gesundheitskarte.

2. Die Vordruckerläuterung zu Muster 19 ändert sich unter Nr. 3 wie folgt:

3. Das Geschlecht des Patienten wird im rechten Feld durch einen Buchstaben angegeben (D = divers, M = männlich, W = weiblich, X = unbestimmt). Die Bedruckung erfolgt durch das Auslesen der Information von der elektronischen Gesundheitskarte.

3. Die Vordruckerläuterung zu Muster 19 wird wie folgt ergänzt:

4. Die Nutzung von Muster 19b kann entfallen, sofern es keiner Informationsübermittlung an einen weiterbehandelnden Arzt bedarf oder die Informationsübermittlung auf geeignete Weise, bspw. in Form eines Arztbriefes, erfolgt.

4. Die Vordruckerläuterung zu Muster 39 ändert sich wie folgt:

Muster 39: Krebsfrüherkennung Zervix-Karzinom

Für die Krebsfrüherkennung Zervix-Karzinom wird der Dokumentationsvordruck Muster 39 im Rahmen des Primärscreenings zur zytologischen Befundung für die Datenübermittlung verwendet. Im linken Bereich der Muster 39a und 39b trägt der untersuchende Arzt die Untersuchungsergebnisse ein und übersendet das Formular mit der zu befundenden Probe an den Zytologen. Der Zytologe ergänzt den Vordruck auf der rechten Seite mit den Untersuchungsergebnissen und gibt eine Empfehlung ab. Muster 39a wird abschließend dem untersuchenden Arzt zur Verfügung gestellt. Muster 39b ist für die Unterlagen des Zytologen bestimmt. Das Muster 39 kann auch digital genutzt werden (siehe hierzu Anlage 2b BMV-Ä). Die Rückmeldung der Ergebnisse vom zytologisch tätigen Arzt an den untersuchenden Arzt kann wahlweise und in Abstimmung mit dem untersuchenden Arzt auch per LDT 3.0 und eArztbrief erfolgen. Die Anforderungen für Abklärungsuntersuchungen bleiben hiervon unberührt.

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss hat die Umsetzung der Früherkennung auf Zervix-Karzinom als organisiertes Programm beschlossen und in der Richtlinie organisierte Krebsfrüherkennung Vorgaben dazu gemacht. Die Angaben auf dem Dokumentationsvordruck wurden an die Dokumentationsvorgaben der Richtlinie angepasst.

Beim Befüllen der Felder sind folgende Hinweise zu beachten:

Die Nummern

1
bis
4
sind vom behandelnden Gynäkologen auszufüllen.

1
Alterskategorie

Die Zuordnung zu einer Alterskategorie entscheidet über die primäre Screeninguntersuchung und darüber, nach welchem in der Richtlinie vorgegebenen Algorithmus auffällige Befunde bei der Patientin abgeklärt werden sollen.

2
Anamnese

Hier werden Daten zu bereits erfolgten Screening-Untersuchungen und zum HPV-Status der Patientin erfasst. Angaben zu Voroperationen, Strahlen- oder Chemotherapie können als Freitext erfolgen.

3
Anamnese – Unterpunkt „jetzt“

In diesen Feldern sind Angaben zu aktuellen Symptomen, Beschwerden oder Behandlungen zu machen, die die Qualität des Abstrichs und die Befundung beeinflussen oder beeinträchtigen können. Angaben zur Art der Hormonanwendung können als Freitext erfolgen.

4
Befund

Hier macht der behandelnde Gynäkologe Angaben zu eventuellen Auffälligkeiten bei der körperlichen Untersuchung und fasst diese zu einer Diagnose zusammen, um dem Zytologen die Fragestellung für die Befundung des Abstrichs zu illustrieren. Die Angabe der Diagnose kann als Freitext erfolgen. Bei einem unauffälligen Befund kann das Textfeld frei bleiben.

Die Felder

5
und
6
sind vom befundenden Zytologen auszufüllen.

5
Zytologischer Befund/Kombinationsbefund

Entsprechend den Vorgaben der Richtlinie wird im Screening bei Frauen unter 35 Jahren nur eine zytologische Untersuchung durchgeführt, bei Frauen ab 35 eine Kombinationsuntersuchung aus Zytologie und HPV-Test (Ko-Test). Im Rahmen der Abklärung auffälliger Befunde kann auch bei Frauen zwischen 30 und 34 Jahren ein Ko-Test erfolgen.

Erfolgt die Befundung des HPV-Tests durch einen dritten Arzt, so ist das Ergebnis an dieser Stelle einzutragen und bei der Befundung des zytologischen Abstrichs zu berücksichtigen.

An dieser Stelle sind auch Angaben zur Flora und zu endozervikalen Zellen zu machen.

Das Textfeld ermöglicht die Angabe von Hinweisen für den behandelnden Gynäkologen in Freitextform.

6
Zusammenfassende Empfehlung

Hier erfolgt die Angabe zu entsprechend den Vorgaben der Richtlinie indizierten Folgeuntersuchungen einschließlich der Angabe des Zeitraums. Bei einem unauffälligen Befund, der keiner weiteren Maßnahmen bedarf, werden entsprechend keine Kreuze an dieser Stelle gesetzt.

Artikel 3
Inkrafttreten

Die Änderungen treten mit Wirkung zum 01.01.2020 in Kraft. Alte Muster 39 verlieren ihre Gültigkeit.

Berlin, den 14.11.2019

Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin

GKV-Spitzenverband, K.d.ö.R., Berlin

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin – einerseits – und der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen), K.d.ö.R., Berlin – andererseits – vereinbaren Folgendes:

14. Änderung
der Vereinbarung über den Einsatz
des Blankoformularbedruckungs-Verfahrens zur Herstellung und Bedruckung von Vordrucken für die vertragsärztliche Versorgung vom 1. Oktober 2014
(Anlage 2a BMV-Ä)

Artikel 1

1. Die Nr. 1.2.3 wird wie folgt ergänzt:

Für Ausnahmefälle (wie z. B. Haus- und Heimbesuche, Bereitschaftsdienst) können Blankoformulare ohne Inhalte ausgedruckt und eingesetzt werden.

2. In der Übersicht in Kapitel 1.4 wird der Eintrag zu Muster 39a/E und 39b/E wie folgt geändert:

3. In Übersicht in Kapitel 1.4 wird der Eintrag zu Muster 39d/E gestrichen.

4. Die Nummer 2.39 wird wie folgt geändert:

2.39 Muster 39/E: Krebsfrüherkennung Zervix-Karzinom (Stand: 01.2020)

2.39.1 Für die zytologische Befundung im Rahmen der Krebsfrüherkennung gem. G-BA-Richtlinie sind die Muster 39a/E und 39b/E gemäß der in Kapitel 2.38.7 und 2.39.8 abgebildeten Form zu verwenden.

2.39.2 Das Muster 39 besteht aus zwei Formularen:

Muster 39a: Ausfertigung für den untersuchenden Arzt

Muster 39b: Ausfertigung für den zytologisch tätigen Arzt

2.39.3 Muster 39a/E und 39b/E sind auf Sicherheitspapier im Format DIN A 4 hoch zu erstellen.

2.39.4 Die Muster 39a/E und 39b/E werden mit einem Barcode versehen. Die Barcodes der Muster 39a/E und 39b/E können optional eine Anforderungs-ID enthalten. Die Spezifikation des Barcodes ist dem „Technischen Handbuch Blankoformularbedruckung“ in der jeweils gültigen Fassung zu entnehmen.

2.39.5 unbesetzt

2.39.6 unbesetzt

2.39.7 Muster 39a/E

Original: DIN A 4 hoch

2.39.8 Muster 39b/E

Original: DIN A 4 hoch

Artikel 2
Inkrafttreten

Die Änderungen treten mit Wirkung zum 01.01.2020 in Kraft.

Berlin, den 14.11.2019

Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin

GKV-Spitzenverband, K.d.ö.R., Berlin

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin – einerseits – und der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen), K.d.ö.R., Berlin – andererseits – vereinbaren Folgendes:

2. Änderung
der Vereinbarung über die Verwendung digitaler Vordrucke in der vertragsärztlichen Versorgung – Vordruck-Vereinbarung digitale Vordrucke
(Anlage 2b BMV-Ä)

Artikel 1

1. § 2 Absatz 4 wird wie folgt geändert:

(4) Digitale Vordrucke sind durch den Vertragsarzt vor dem Versenden mit einer qualifizierten elektronischen Signatur unter Nutzung des elektronischen Heilberufsausweises zu versehen, außer in den Fällen nach Nr. 2.10A.5 und 2.39.5.

2. In § 4 wird Nr. 2.39 bis 2.39.5 wie folgt eingefügt:

2.39 Muster 39: Krebsfrüherkennung Zervix-Karzinom

2.39.1 Für die Übermittlung von Daten und Untersuchungsbefunden für die zytologische Untersuchung im Rahmen der organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme gemäß oKFE-Richtlinie des G-BA kann ab dem 01.01.2020 das Muster 39 digital verwendet werden.

2.39.2 Vertragsärzten ist die Nutzung des digitalen Vordrucks nur gestattet, wenn die dazu eingesetzte Software von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung auf Basis der jeweils gültigen „Vordruckvereinbarung digitale Vordrucke“ sowie des „Technischen Handbuchs digitale Vordrucke“ in der jeweils gültigen Fassung zertifiziert ist und Sender und Empfänger über eine Anbindung an die unter § 3 beschriebene Infrastruktur verfügen.

2.39.3 Der Vordruck ist im Format PDF/A zu erstellen.

2.39.4 Auf dem digitalen Vordruck ist die Auftragsnummer des Labors anzugeben. Anstelle der Auftragsnummer kann auch eine andere Systematik zur eindeutigen Zuordnung des digitalen Auftrags zu den Probenmaterialien eingesetzt werden.

2.39.5 Abweichend von § 2 Abs. 4 kann aufgrund der ausschließlich innerärztlichen Nutzung auf eine qualifizierte elektronische Signatur zugunsten einer fortgeschrittenen elektronischen Signatur verzichtet werden.

2. Aufnahme einer Protokollnotiz (Stand: 01.01.2020):

Die Vertragspartner sind sich darüber einig, dass die Regelung nach § 4 Nummer 2.39.5 auf Muster 39 begrenzt ist und keine präjudizierende Wirkung auf andere digital vereinbarte Muster gem. dieser Vereinbarung entfaltet.

Artikel 2

Inkrafttreten

Die Änderungen treten mit Wirkung zum 01.01.2020 in Kraft.

Berlin, den 14.11.2019

Kassenärztliche Bundesvereinigung, K.d.ö.R., Berlin

GKV-Spitzenverband, K.d.ö.R., Berlin

1 Das Inhaltsverzeichnis ändert sich entsprechend.

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