ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2019Psychiatrische Kliniken: Wenig Interesse an stationsäquivalenter Behandlung

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Psychiatrische Kliniken: Wenig Interesse an stationsäquivalenter Behandlung

Dtsch Arztebl 2019; 116(51-52): A-2378 / B-1954 / C-1894

Bühring, Petra

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Die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung im häuslichen Umfeld soll die Versorgung verbessern. Foto: picture alliance/Phanie
Die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung im häuslichen Umfeld soll die Versorgung verbessern. Foto: picture alliance/Phanie

Die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung (StaeB) für schwer psychisch kranke Patienten, eine Krankenhausbehandlung im häuslichen Umfeld, wird nur zögerlich umgesetzt. Das ist ein Ergebnis des Psychiatrie Barometers des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), einer jährlich durchgeführten Befragung der psychiatrischen Krankenhäuser und Fachabteilungen in Deutschland. Zu Jahresbeginn 2019 hatten demnach erst neun Prozent der psychiatrischen Einrichtungen in Deutschland (13 von 119 befragten Einrichtungen) diese neue Behandlungsform angeboten. Im Mittel sind 8,5 Patienten je Haus in die StaeB eingeschlossen. Die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung nach § 115 d Abs. 2 Sozialgesetzbuch V wurde zum 1. Januar 2018 eingeführt. Die Absicht dahinter war es, die Versorgung zu verbessern, neue Behandlungsalternativen und damit mehr Flexibilität anzubieten und die Sektorengrenzen zu überwinden. Mobile fachärztlich geleitete multiprofessionelle Behandlungsteams besuchen dabei Patienten, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen, in ihrem häuslichen Umfeld. Fehlendes Personal für mobile Behandlungsteams nennen laut Psychiatrie Barometer knapp die Hälfte der Einrichtungen (48 Prozent) als Hauptgrund, die stationsäquivalente Behandlung nicht anzubieten. Der zweithäufigste Grund sind zu hohe Vorhaltekosten bei zu niedrigen Erlösen (36 Prozent). Auch zu hohe Dokumentationsanforderungen, ein zu großes Versorgungsgebiet sowie ein funktionierendes gemeindepsychiatrisches Netzwerk, das eine StaeB überflüssig macht, wurden von den Kliniken genannt. „Wir haben 2017 mit der Vereinbarung zu den stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlungen große Hoffnungen verbunden“, erklärte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Das Ergebnis zeige deutlich, dass der Fachkräftemangel auch in diesem Bereich ein großes Problem darstelle. PB

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