ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2020IT-Ratgeber: Neue Anwendungen: Was sich 2020 in der TI ändert

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IT-Ratgeber: Neue Anwendungen: Was sich 2020 in der TI ändert

Dtsch Arztebl 2020; 117(1-2): A-40 / B-36 / C-36

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Dreh- und Angelpunkt der Tele­ma­tik­infra­struk­tur ist der Konnektor, der im kommenden Jahr ein Update erfahren soll. Ein neues Gerät braucht man dafür nicht, ein Software-Funktions-Update reicht aus, um in der Praxis einen sogenannten E-Health-Konnektor zu haben. Die Herausforderung: Nicht alle Hersteller sind mit der Entwicklung dieser Funktions-Updates gleich weit vorangeschritten. Hinzu kommt, dass diese von der gematik noch aufwendig zertifiziert und anschließend im Feldtest geprüft werden müssen. Nach eigenen Angaben möchte der erste Hersteller das Zulassungsverfahren für sein Konnektor-Update noch im ersten Quartal durchlaufen, andere werden später folgen.

Eine der wesentlichen Neuerungen, die der E-Health-Konnektor mit sich bringen wird, ist die Fähigkeit zur qualifizierten elektronischen Signatur (QES). Sie dokumentiert auf sehr hohem Sicherheitsniveau, zu wem die digitale Unterschrift gehört, und garantiert, dass das signierte Dokument nicht mehr verändert wurde. Das Gesetz schreibt die QES für einige Anwendungen in der TI vor, darunter der Not­fall­daten­satz und der elektronische Arztbrief. Für die QES benötigen Praxen zusätzlich einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der Generation 2 und ein angepasstes Praxisverwaltungssystem (PVS), welches die entsprechenden Funktionen des E-Health-Konnektors unterstützt.

Neu im kommenden Jahr ist das Notfalldatenmanagement (NFDM). Dabei geht es darum, dass Ärztinnen und Ärzte in einem medizinischen Notfall wichtige notfallrelevante Informationen direkt von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abrufen können. Das können zum Beispiel Informationen zu Diagnosen oder Medikationen sein.

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Bevor ein Arzt künftig einen Not­fall­daten­satz erstellt, muss er prüfen, ob die Anlage medizinisch notwendig ist, die Patientin oder den Patienten darüber aufklären und deren Einwilligung einholen. Der Arzt signiert mittels QES den Datensatz elektronisch und speichert ihn auf der eGK.

Ebenfalls 2020 soll in der Versorgung der elektronische Medikationsplan (eMP) – die digitale Weiterentwicklung des bereits im Oktober 2016 eingeführten bundeseinheitlichen Medikationsplans – zum Einsatz kommen. Den eMP können Ärzte – mit Zustimmung der Patienten – auf der eGK speichern, Apotheker und weiterbehandelnde Ärzte können ihn auslesen und ebenfalls aktualisieren. Auf der eGK muss stets der aktuelle Medikationsplan gespeichert sein. Versicherte erhalten aber weiterhin einen Ausdruck auf Papier. Neu beim eMP ist, dass neben den Hausärzten auch Fachärzte – sofern die Patienten den Wunsch äußern – den Plan aktualisieren müssen. Bislang ist diese Leistung freiwillig. Die Grundlagen für die Umsetzung des eMP sind geschaffen.

In der TI ist zudem ein eigener sektorenübergreifender Kommunikationsdienst geplant, KOM-LE (Kommunikationsdienst der Leistungserbringer) genannt. Darüber sollen Ärzte und Psychotherapeuten unter anderem elektronische Arztbriefe (eArztbriefe) verschicken können. KBV

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