ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2020Bedarfsplanung: Neue Niederlassungsmöglichkeiten in Schleswig-Holstein

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Bedarfsplanung: Neue Niederlassungsmöglichkeiten in Schleswig-Holstein

Hillienhof, Arne

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Künftig können mehr Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein praktizieren. Foto: contrastwerkstatt stock.adobe.com
Künftig können mehr Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein praktizieren. Foto: contrastwerkstatt stock.adobe.com

Der Landesausschuss von Ärzten und Krankenkassen hat kürzlich neue Niederlassungsmöglichkeiten für Schleswig-Holstein beschlossen. Grundlage dafür ist die neue Bedarfsplanungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Zusätzliche Stellen entstehen vor allem für Hausärztinnen und Hausärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Nervenärzte.

„Die gute Botschaft ist, dass in Zukunft mehr Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein praktizieren können“, sagte Dr. med. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein. Es müsse aber allen klar sein, dass mit dem Beschluss zunächst „nur mehr Sitze auf dem Papier geschaffen werden“, betonte sie.

Es sei weiterhin erforderlich, den Arztberuf attraktiver zu machen und sich aktiv um den ärztlichen und psychotherapeutischen Nachwuchs zu kümmern. „Die Planung allein kann keinen Mangel beseitigen“, betonte die KV-Chefin.

Grundsätzlich begrüßt die KV die neue Bedarfsplanung aber. „Die neue Richtlinie bildet den fiktiven Bedarf an Ärzten und Psychotherapeuten besser ab, wobei auch die Häufigkeit von Erkrankungen stärker berücksichtigt wird als bisher“, so Schliffke.

Bei den Hausärzten wird es in Zukunft mehr als 50 Niederlassungsmöglichkeiten geben. Die meisten davon liegen in den Mittelbereichen Geesthacht (12,5 Stellen), Elmshorn (12,5), Husum (8) und Kaltenkirchen (9).

Im Bereich der Psychotherapie entfällt der Großteil der mehr als 30 Sitze, die ausgeschrieben werden, auf eher ländlich geprägte Kreise wie Ostholstein, Plön und Herzogtum Lauenburg. Bei den Nervenärzten gibt es künftig 10,5 freie Stellen. Bei den Kinderärzten sind es sechs Niederlassungsmöglichkeiten.

„Insgesamt wird die reformierte Bedarfsplanung allen Versicherten in Stadt und Land zugute kommen“, sagte Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest. Durch die Einführung von Mindestquoten bei den Fachinternisten würden zum Beispiel 3,5 zusätzliche Niederlassungsmöglichkeiten für Rheumatologen geschaffen. hil

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