ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2020Hans-Albert Gehle: Eintreten für eine menschliche Medizin

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Hans-Albert Gehle: Eintreten für eine menschliche Medizin

Dtsch Arztebl 2020; 117(1-2): A-37 / B-33 / C-33

Korzilius, Heike

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Hans-Albert Gehle, Foto: ÄKWL kd
Hans-Albert Gehle, Foto: ÄKWL kd

Dr. med. Hans-Albert Gehle (59) ist neuer Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Dem Kammervorstand gehört er seit 2008 an. Er ist außerdem Mitglied im Bundesvorstand des Marburger Bundes (MB) und seit 2015 1. Vorsitzender des MB-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen/ Rheinland-Pfalz.

Der Intensivmediziner aus Bochum hat sich schon früh berufspolitisch engagiert. Er fand, er müsse etwas tun gegen den ökonomischen Druck im Krankenhaus und den chronischen Zeitmangel von Ärzten und Pflegenden, unter dem die Zuwendung zu den Patienten bis heute leide. Das Menschliche komme viel zu oft zu kurz, sagt Gehle. Er habe als junger Arzt überlegt, den Beruf an den Nagel zu hängen oder etwas zu ändern. Gehle entschied sich für Letzteres. Dass in den Kliniken das Fallpauschalensystem nach wie vor für Fehlanreize sorgt und auch die sektorenübergreifende Zusammenarbeit von niedergelassenen und Krankenhausärzten nicht in Gang kommt, dämpft seinen Optimismus kaum. Er findet, es habe sich manches bewegt: „Es gibt viele Probleme, die wir nur gemeinsam lösen können.“ Dazu zähle die Notfallversorgung, aber auch die Sicherstellung der Versorgung in strukturschwachen Regionen. „Die Frage lautet nicht, sollen die Patienten im Krankenhaus oder in der Praxis versorgt werden. Die Frage muss lauten, wer kann es am besten“, meint Gehle. Wichtig ist ihm, dass er durch die Beanspruchung in seinen Ämtern nicht zum reinen Berufspolitiker wird. Er will auch weiterhin tageweise als Leitender Arzt im Bergmannsheil und der Kinderklinik in Gelsenkirchen-Buer tätig sein – weil es ihm Spaß macht. Heike Korzilius

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