ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2020Essstörungen: Gründe für Dropout bei Psychotherapie

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Essstörungen: Gründe für Dropout bei Psychotherapie

PP 19, Ausgabe Januar 2020, Seite 38

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Viele Patienten, die wegen einer Essstörung psychotherapeutisch behandelt werden, brechen die Therapie vorzeitig ab. Spanische Wissenschaftler haben jetzt untersucht, woran das liegt. Sie befragten 196 Patienten mit Essstörungen, darunter Anorexia nervosa und Bulimia nervosa, vor dem Beginn einer ambulanten oder stationären kognitiven Verhaltenstherapie und zwei Jahre später nach ihrem Befinden und ihren Erwartungen. Im Untersuchungszeitraum brachen 41 Prozent der Teilnehmer die Behandlung ab, vor allem zu Beginn. Die Behandlungen wurden unter anderem abgebrochen, weil die Motivation fehlte, die Symptome sich subjektiv verbessert hatten oder keine innere Verpflichtung empfunden wurde. Zudem führten logistische Hürden (zum Beispiel weite Anfahrt) und Veränderungen der Lebensumstände (zum Beispiel Umzug, Arbeitsplatzwechsel) zu Dropouts. Auch bestimmte Charaktermerkmale begünstigten den Abbruch wie zum Beispiel impulsives Entscheiden sowie Vermeidung von Frustrationen, Normen und Regeln.

Die Autoren betonten, wie wichtig es sei, sofort zu Beginn einer Therapie mögliche logistische Hürden abzubauen und das Commitment der Patienten gegenüber der Therapie zu stärken. Die Autoren schreiben: „Therapieabbrüche können verhindert werden, wenn die Erwartungen der Patienten frühzeitig erfasst und die Behandlungen daran angepasst werden.“ ms

Gómez Del Barrio A, Vellisca Gonzalez MY, González Gómez J, Latorre Marín JI, Carral-Fernández L, Orejudo Hernandez S, Madrazo Río-Hortega I, Moreno Malfaz L: Characteristics of patients in an eating disorder sample who dropped out: 2-year follow-up. Eating and Weight Disorders 2019; 24 (4): 767–75.

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