ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2020Mütter im Teenageralter: Belastung für psychosoziale Entwicklung der Kinder

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Mütter im Teenageralter: Belastung für psychosoziale Entwicklung der Kinder

PP 19, Ausgabe Januar 2020, Seite 38

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Schwangerschaften bei Teenagern kommen vor allem wegen mangelndem Wissen über Verhütung zustande. Auch wenn sie nicht mehr so stigmatisiert werden wie früher, sind sie nach Meinung von Oberärztin Dr. med. M. Sc. Brigitte Dahmen von der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum RWTH Aachen mit erhöhten Risiken für Mutter und Kind verbunden. Denn die jungen Mütter kommen vermehrt aus Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen und Bildungsstatus. Sie wurden nicht selten misshandelt und haben ein erhöhtes Risiko für Bildungsnachteile, Delinquenz, Drogenmissbrauch und psychische Erkrankungen. Die Risikofaktoren erhöhen nicht nur die Wahrscheinlichkeit für eine frühe, ungeplante Schwangerschaft, sondern belasten die jungen Frauen in vielfältiger Weise und tragen häufig dazu bei, dass die Mutter-Kind-Interaktion ungünstig verläuft. Da die Teenager oft nur über wenig Wissen über die kindliche Entwicklung verfügen, führt dies zu unrealistischen Vorstellungen und mündet in strengem, feindseligem Erziehungsverhalten mit Misshandlungen, starker Kontrolle und körperlichen Strafen.

In der Folge haben die Kinder von Teenagermüttern ein erhöhtes Risiko für Schwierigkeiten in der psychosozialen und kognitiven Entwicklung sowie für psychische Erkrankungen, Suizid, Substanzmissbrauch und Straftaten. Dahmen hält neben der Vermeidung von Teenagerschwangerschaften eine frühzeitige Identifizierung risikobelasteter adoleszenter Mütter und ihrer Kinder für notwendig, um die Mutter-Kind-Interaktion zu verbessern und die Feinfühligkeit der Mütter im Interaktionsverhalten mit den Kindern zu erhöhen. ms

Dahmen B, Konrad K, Jahnen L, Herpertz-Dahlmann B, Firk C: Psychische Gesundheit von Teenagermüttern: Auswirkungen auf die nächste Generation. Nervenarzt 2019; 90 (3): 243–50.

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