ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2020Emotionsfokussierte Paartherapie: Paarbeziehung zur emotionalen Sicherheit

Referiert

Emotionsfokussierte Paartherapie: Paarbeziehung zur emotionalen Sicherheit

PP 19, Ausgabe Januar 2020, Seite 39

MS

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) ist hierzulande noch wenig bekannt, während sie im amerikanischen Raum zu den populärsten Paarbehandlungsmethoden zählt. Die EFT geht davon aus, dass Erwachsene eine Paarbeziehung eingehen, weil sie emotionale Sicherheit suchen. Sie bringen Bindungsmuster in die Beziehung ein, die die Beziehung stabilisieren oder belasten können. Zum Beispiel versuchen Partner mit unsicherem Bindungsstil, sich gegenseitig emotional zu erreichen, um emotionale Sicherheit in der Beziehung zu finden, setzen dazu aber dysfunktionale Strategien ein. Die daraus folgenden problematischen Handlungen führen zu wechselseitigen Eskalationsprozessen und zur Unterbrechung der Bindungsbeziehung.

Die EFT versucht, die Bindungsbedürfnisse hinter dem Konfliktverhalten zugänglich zu machen. Sie unterstützt die Paare darin, diese Bedürfnisse wieder aufeinander zu beziehen und die Bindungsbeziehung wiederherzustellen. Gelingt dies, kommt es nicht mehr zur Eskalation. Die Paare durchlaufen in diesem Prozess die drei Phasen Deeskalation, Wiederherstellung der Bindung und Konsolidierung, in der Probleme konstruktiv bearbeitet werden können. 80 Prozent der Paare haben anschließend wieder eine enge Bindungsbeziehung. Der EFT-Therapeut bietet sich in diesem Prozess als Bindungsperson an, die Verständnis für beide Partner aufbringt und so die Emotionen reguliert. Dadurch können die Partner wieder offener füreinander werden.

Die EFT ist effizienter als viele andere Paartherapiemethoden, nicht nur im Hinblick auf die Wirksamkeit, sondern auch auf die Therapiedauer, die im Mittel bei zehn Sitzungen liegt. ms

Anzeige

Roesler C: Emotionsfokussierte Paartherapie. Psychotherapeut 2019; 64 (5): 385–9.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema