ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2000Obduktion: Sinnvolle Ausgaben

SPEKTRUM: Leserbriefe

Obduktion: Sinnvolle Ausgaben

Dtsch Arztebl 2000; 97(7): A-340 / B-288 / C-269

Höpfner, Klaus

Zu dem Beitrag "Aufklärung tut not" von Dr. Thomas Gerst in Heft 51-52/1999:
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LNSLNS Seit vielen Jahrzehnten ist die Statistik der Bundes- und Länderregierungen über die Todesursachen lediglich eine Vermutungsstatistik und damit in ihrem Wert "nicht sehr hoch" einzustufen. Jeder Arzt, der auch nur vorübergehend in der Pathologie gearbeitet hat, weiß, dass die Diskrepanz zwischen der Diagnose der Todesursache und dem pathologischen Befund erheblich ist. Die Forderung, mehr Sektionen durchzuführen, erfolgt nur sehr verhalten und ohne Resonanz. Hinter diese Forderung müssten sich eigentlich alle Ordinarien und ebenso alle Klinikleiter stellen.
Nur so kann der hinterbliebenen Familie eine gesicherte Todesursache vermittelt werden. Dem behandelnden Arzt ist die Autopsie der Beweis für seine therapeutischen Bemühungen. Dem jungen Kollegen verhilft sie zu gesichertem Wissen, und nicht zuletzt ist es dieser letzte Akt ärztlicher Tätigkeit, der die nötige Ehrfurcht vor dem Tod vermittelt.
Ferner gibt die objektive Befunderhebung des Pathologen sowohl dem Versicherten als auch der Versicherung den notwendigen Rechtsschutz. Übrigens zahlen unsere Krankenkassen ein so genanntes "Sterbegeld", auch wenn sie sonst konsequenterweise nicht einmal den Transport eines Toten bezahlen. Sinnvoller und dem Allgemeinwohl verpflichtender wäre diese Ausgabe für eine deutlich höhere Anzahl an durchzuführenden Sektionen.
Dr. med. Klaus Höpfner, Gröninger Straße 10, 31785 Hameln
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