ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2020Innovationsfonds-Projekt: Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

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Innovationsfonds-Projekt: Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

Hillienhof, Arne

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Unter Federführung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) entwickeln Wissenschaftler in den kommenden drei Jahren neue familienbasierte, psychotherapeutische Interventionsmaßnahmen, um Kinder und Jugendliche mit psychisch- oder suchtkranken Eltern besser zu unterstützen. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert das Vorhaben namens „CHIMPS-NET“ mit insgesamt 6,8 Millionen Euro.

„Ziel des Projektes ist es, in jedem Bundesland an mindestens einem Standort für betroffene Heranwachsende Versorgungsformen bereitzustellen, die sich am Bedarf der jeweiligen Familien orientieren“, erläutert Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Silke Wiegand-Grefe von der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik des UKE. Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern sind Wiegand-Grefe zufolge eine jahrzehntelang vom Gesundheitssystem übersehene Risikogruppe – sie haben ein mehrfach erhöhtes Erkrankungsrisiko für eine eigene psychische Erkrankung.

Die Wissenschaftler planen, die gefährdeten Kinder und Jugendlichen bereits während der Behandlung der Eltern auf psychische Auffälligkeiten zu untersuchen und ihnen und ihrer Familie passende Behandlungsangebote zu machen. Bei psychischen Auffälligkeiten soll es eine familienorientierte Therapie bei einem Psychotherapeuten geben. Kindern und Jugendlichen, die nur eingeschränkt Zugang zu Versorgungsangeboten haben, soll zudem eine Online-Intervention mit therapeutischer Begleitung angeboten werden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird mit der derzeit üblichen Standardbehandlung ohne Familienunterstützung verglichen.

Neben dem UKE sind 20 Kliniken an dem Innovationsfonds-Projekt beteiligt. Hinzu kommen acht Krankenkassen sowie Sozialverbände aus den Bereichen Gemeindepsychiatrie, Erziehungshilfe und Jugendfürsorge. hil

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