Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wir danken Herrn Klick für seine Anmerkungen bezogen auf die Prognose und Prävention osmotischer Demyelinisierungssyndrome (ODS). Wir stimmen zu, dass die frühere und bessere Erkennung von ODS mittels Magnetresonanztomografie (MRT) nicht die entscheidende Grundlage für eine Prognoseverbesserung des Erkrankungsbildes ist. Wie im Artikel (1) kritisch diskutiert, werden heutzutage mittels vermehrtem Einsatz der MRT auch viele oligosymptomatische und/oder lediglich bildmorphologisch auffällige ODS-Patienten erfasst und gehen dann in die Gesamtprognose ein, was diese dann besser erscheinen lässt, als in früheren Jahren. Trotzdem hat auch die moderne Intensivmedizin mit vermehrt frührehabilitativen Ansätzen einen Anteil an einer prognostischen Verbesserung. Im Langzeitverlauf gibt es in der Folge nun häufiger auch bei klinisch initial schwer beeinträchtigten Patienten gute Verläufe (2). Den relevantesten Einfluss auf die Prognose hat jedoch die sorgfältige präventive Therapie in Form einer langsamen Elektrolyt- und Osmolalitätskorrektur, wie im Kapitel Therapie beschrieben, und wir danken Herrn Klick hier für seine Unterstreichung der Wichtigkeit der Prävention.

Wir danken Herrn Prof. Lübbecke für seine praxisnahen Fragen. Hinsichtlich der Herstellung der 3-prozentigen NaCl-Lösung ist es aus unserer Sicht sinnvoll, die genannten Mengen sorgfältig abzumessen. Eine perakute Herstellung ist meist nicht nötig, wenn doch, spricht nichts gegen die vorgeschlagene Formel. Hinsichtlich der initialen Laufrate kann bei schwer betroffenen Patienten für maximal 3 h eine Korrektur von 1,5–2 mmol/L/h erwogen werden. Die Laufrate kann dann an das Natriumdefizit (zur Korrektur bis 120 mmol/L) angepasst werden (0,5 × kg Körpergewicht × [120 minus aktuelles Serumnatrium mmol/L]). Maximal sollten dabei 12 mmol/L/24 h ausgeglichen werden. Insgesamt ist es aber meist besser, nichts zu unternehmen, als notfällig zu viel zu tun. Daher ist auch eine rasche Kaliumkorrektur, die die genannte maximale Laufrate überschreitet, nicht nötig. Etwaige neurologische Komplikationen (zum Beispiel epileptische Anfälle) müssen natürlich zusätzlich zur Natrium- und/oder Kaliumkorrektur auch antikonvulsiv behandelt werden.

Auch für die kritischen Anmerkungen zur knappgehaltenen Ätiologie der ODS von Herrn Dr. Lichtenstein möchten wir uns bedanken. Wir sehen den Stellenwert einer Klärung der zugrunde liegenden Ursache bei Patienten mit ODS, wie auch im Beitrag (1) angesprochen, in gleicher Weise. Gerne hätten wir hier den ätiologischen Hintergrund von Hyponatriämien intensiv beleuchtet und abgehandelt, dies hätte aber einer eigenen Übersichtsarbeit entsprochen. Verwiesen werden muss daher auf die Häufigkeit der Hyponatriämie und die vielfältigen Übersichtsarbeiten zu diesem Thema (35), wie auch auf die von Herrn Dr. Lichtenstein bereits benannten Artikel.

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0042

Für die Autoren

Dr. med. Wolf-Dirk Niesen

Klinik für Neurologie und Neurophysiologie, Universitätsklinikum Freiburg

wolf-dirk.niesen@uniklinik-freiburg.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Lambeck J, Hieber M, Dreßing A, Niesen WD: Central pontine myelinolysis and osmotic demyelination syndrome. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 600–6 VOLLTEXT
2.
de Souza A: Movement disorders and the osmotic demyelination syndrome. Parkinsonism Relat Disord 2013; 19: 709–16 CrossRef MEDLINE
3.
Sterns RH: Disorders of plasma sodium - causes, consequences, and correction. N Engl J Med 2015; 372: 55–65 CrossRef MEDLINE
4.
Knepper MA, Kwon TH, Nielsen S: Molecular physiology of water balance. N Engl J Med 2015; 372): 1349–58 CrossRef MEDLINE PubMed Central
5.
Adrogué HJ, Madias NE: Hyponatremia. N Engl J Med 2000; 342: 1581–9 CrossRef MEDLINE
1.Lambeck J, Hieber M, Dreßing A, Niesen WD: Central pontine myelinolysis and osmotic demyelination syndrome. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 600–6 VOLLTEXT
2.de Souza A: Movement disorders and the osmotic demyelination syndrome. Parkinsonism Relat Disord 2013; 19: 709–16 CrossRef MEDLINE
3.Sterns RH: Disorders of plasma sodium - causes, consequences, and correction. N Engl J Med 2015; 372: 55–65 CrossRef MEDLINE
4.Knepper MA, Kwon TH, Nielsen S: Molecular physiology of water balance. N Engl J Med 2015; 372): 1349–58 CrossRef MEDLINE PubMed Central
5.Adrogué HJ, Madias NE: Hyponatremia. N Engl J Med 2000; 342: 1581–9 CrossRef MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige