szmtag Gasbrand der Gallenblase
ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2020Gasbrand der Gallenblase
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Der 84-jährige Patient stellte sich mit rechtsseitigen Oberbauchschmerzen und fulminanter Sepsis vor. In der Sonografie war die Gallenblasenwand nicht abgrenzbar. In der Computertomografie wurde eine emphysematöse Cholezystitis mit Pneumatosis der Gallenblasenwand (Abbildung, gelbe Pfeile) und Aerobilie der Gallenwege (nicht abgebildet) beschrieben (blauer Pfeil, Cholezystolithiasis). Neben der allgemeinen Sepsistherapie mit Flüssigkeitssubstitution und Antibiose mit Piperacillin/Tazobactam erfolgte die sofortige laparoskopische Cholezystektomie. Im Gallenblasenpunktat wurde massenhaft Clostridium perfringens nachgewiesen. Das toxische Krankheitsbild mit Pneumatosis der Gallenblasenwand durch Infektion mit Clostridium perfringens entspricht einem Gasbrand der Gallenblase. Diese lebensgefährliche Situation ist vom häufig anzutreffenden rein mikrobiologischen Nachweis von Clostridium perfringens in der Gallenblase ohne entsprechende Klinik abzugrenzen. Unter den genannten Maßnahmen kam es zu einer raschen Genesung.

Dr. med. Benjamin Sommer, Prof. Dr. med. Stefan Eggstein, HELIOS Klinik Titisee-Neustadt, Allgemein- und Viszeralchirurgie, benjamin.sommer@helios-gesundheit.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Sommer B, Eggstein S: Gas gangrene of the gallbladder. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 38. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0038

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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