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Dtsch Arztebl 2020; 117(3): A-84

tuk; cs; LB; mls

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Chemotherapiefreie R2-Kombi-Therapie bei rezidivierendem Non-Hodgkin-Lymphom – Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde hat Lenalidomid (Revlimid®, Celgene) kombiniert mit Rituximab (R2) zur Therapie des vorbehandelten follikulären Lymphoms (FL) des Erwachsenen zur Zulassung empfohlen.

Damit biete sich erstmals die Chance für eine chemotherapiefreie Therapie, so Prof. Dr. med. Matthias Rummel aus Gießen. In der AUGMENT-Zulassungsstudie verlängerte sich unter der R2-Kombination im Vergleich zu Rituximab + Placebo das progressionsfreie Überleben (PFS) der Patienten signifikant (25,3 Monate; HR 0,46; p < 0,0001).

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Die Studie erfasste 295 FL-Patienten (mittleres Alter 64 Jahre; Follow-up bis zu 5 Jahre). Die PFS-Verlängerung sei klinisch relevant, weil jedes Rezidiv die Prognose der Patienten deutlich verschlechtere, so Prof. Dr. med. Martin Dreyling, München. Auch die Patientenpräferenz spreche dafür, ihnen die belastende Chemotherapie zu ersparen. tuk

Quelle: Fachpressegespräch „Neue Ansätze in der Behandlung des indolenten B-Non-Hodgkin-Lymphoms: Paradigmenwechsel durch chemofreie Therapie?“, München, 13. Dezember 2019; Veranstalter: Celgene GmbH

CLL: Hohe Rate an MRD-Freiheit durch Ibrutinib plus Venetoclax – Bei rund 75 % der Patienten mit unbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die nach einer Monotherapie mit dem Bruton-Tyrosinkinase- (BTK-)Hemmer Ibrutinib über drei Monate eine auf ein Jahr begrenzte orale Kombinationstherapie aus Ibrutinib und dem B-Cell-Lymphoma-2-(BCL-2-)Inhibitor Venetoclax (Venclyxto®, AbbVie) erhielten, wurde eine nicht mehr nachweisbare, minimale Resterkrankung (MRD) im peripheren Blut (75 %, 122 von 163 Patienten) und im Knochenmark (72 %, 111 von 155 Patienten) dokumentiert. Dies ergab eine Teilauswertung der Phase-II-Studie CAPTIVATE, vorgestellt bei der 61. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in Orlando.

MRD-Freiheit, definiert als weniger als eine CLL-Zelle je 10 000 Leukozyten (MRD< 0,01 %), ermittelt via Durchflusszytometrie, ist bei der CLL ein wichtiger Indikator für ein vollständiges Ansprechen. Die Studienergebnisse bestätigen die Daten präklinischer Studien, wonach Ibrutinib und Venetoclax eine synergistische Wirksamkeit bei der CLL zeigen. CS

Quelle: Tam CS, et al.: Ibrutinib plus venetoclax for first-line treatment of chronic lymphocytic leukemia/small lymphocytic leukemia: results from the MRD cohort of the phase 2 study CAPTIVATE. 61. ASH-Jahrestagung, Orlando, 7. bis 10. Dezember 2019; Abstract 35

Guselkumab (Tremfya®) vielversprechend bei Psoriasis-Arthritis – Mehr als 25 % aller Psoriasis-Patienten entwickeln im Verlauf eine Psoriasis-Arthritis (PSA). Sie manifestiert sich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, etwa als Spondylitis, Arthritis mutilans oder Polyarthritis. Wichtig für die Pathogenese ist das Zytokin IL-23, das T-17-Entzündungszellen aktiviert.

Mit Tremfya® (Janssen) steht ein effektiver humaner monoklonaler Antikörper gegen die p19-Untereinheit von Interleukin (IL)-23 zur Verfügung.

Laut den aktuellen Daten zweier Phase-III-Studien ist der IL-23-Inhibitor auch bei PSA wirksam und gut verträglich. Nach 24 Wochen erreichten im Vergleich zu Placebo (22 %) statistisch signifikante 59 % der Patienten mit aktiver PSA, die alle 4 Wochen mit dem Antikörper behandelt wurden, eine ACR20-Reaktion. 52 % waren es in der Gruppe mit einer Guselkumab-Gabe in Woche 0,4 und anschließender Gabe alle 8 Wochen. Biologisch-naive Patienten zeigten sogar zu 64 % eine ACR20-Reaktion, jedoch nur 33 % in der Placebogruppe. Beide Studien registrierten keine neuen Sicherheitssignale. lb

Quelle: Pressegespräch Aktuelles vom ACR zur Therapielandschaft von heute und morgen von Janssen in der Rheumatologie, Norderstedt, 19. November 2019; Veranstalter: Johnson & Johnson

Sichere Erhaltungstherapie mit Niraparib (Zejula®) beim rezidivierten Ovarialkarzinom – Der PARP-Inhibitor Niraparib (Zejula®, TESARO) verlängerte in der AGO-OVAR 2.22/ENGOT-OV16/NOVA-Studie bei rezidiviertem, platinsensitivem high-grade serösem Ovarialkarzinom das progressionsfreie Überleben (PFS) unabhängig vom BRCA-Status.

Die Studie wurde auf dem Kongress der European Society of Gynaecological Oncology 2019 vorgestellt. Wichtig waren die Daten zu den Nebenwirkungen, denn dies bestimmt die Akzeptanz einer Erhaltungstherapie. Am häufigsten traten sie im ersten Therapiezyklus auf, danach sank die Inzidenz und blieb auf niedrigem Niveau. Die Daten unterstreichen zudem die Bedeutung einer individuellen Dosisanpassung. Durch die nur einmal tägliche Gabe lässt sich die Einnahme an den individuellen Alltagsablauf anpassen. mls

Quelle: Pressemitteilung von TESARO Bio Germany GmbH vom 17. Dezember 2019

Nasales Glukagon (Baqsimi®) zur Behandlung schwerer Hypoglykämien in der EU zugelassen – Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 4 Jahren mit Diabetes mellitus steht eine neue, schnell wirksame Notfalloption zur Verfügung, die auch von ungeschulten Helfern einfach appliziert werden kann. Anders als bei leichten Hypoglykämien benötigen Betroffene bei schweren Hypoglykämien oft Hilfe. Intramuskuläre Glukagonspritzen überfordern mitunter sogar geschultes Hilfspersonal.

Baqsimi® (Lilly) schließt als erstes nasal anwendbares Glukagon diese therapeutische Lücke. Das Pulver wird in gebrauchsfertiger Einzeldosis (3 mg) in ein Nasenloch gegeben und passiv über die Schleimhaut resorbiert – auch bei Erkältung. Zulassungsstudien und Anwendungsbeobachtungen belegen die Nichtunterlegenheit und die einfache Handhabung. Die Einführung in Deutschland ist für den 16. März 2020 geplant. mls

Quelle: Pressemitteilung von Lilly Pharma vom 19. Dezember 2019

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