ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2020Perinatalzentren: Kapazitätsengpässe bei Räumlichkeiten und Hebammen

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Perinatalzentren: Kapazitätsengpässe bei Räumlichkeiten und Hebammen

Dtsch Arztebl 2020; 117(3): A-52 / B-48 / C-48

Hillienhof, Arne; SB; Maybaum, Thorsten

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183 Geburtskliniken haben dem Gutachten zufolge 2018 weniger als 600 Geburten betreut. Foto: picture alliance/Phanie
183 Geburtskliniken haben dem Gutachten zufolge 2018 weniger als 600 Geburten betreut. Foto: picture alliance/Phanie

In der Hebammenversorgung sind Kapazitätsengpässe keine flächendeckende Erscheinung. Es handelt sich aber auch nicht mehr um seltene Einzelfälle. Das zeigt ein neues Gutachten des IGES-Instituts zur stationären Hebammenversorgung in Deutschland. Die Untersuchung hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Auftrag gegeben. Demnach sind Geburtsstationen in größeren Städten stellenweise überlastet. Mehr als ein Drittel der befragten Geburtskliniken gab an, dass sie 2018 mindestens in einem Fall Schwangere mit Wehentätigkeiten wegen Kapazitätsengpässen bei Hebammen und/oder Räumen nicht aufnehmen oder versorgen konnten. Überdurchschnittlich häufig war dies bei Level-1-Perinatalzentren der Fall. Allerdings seien diese Fälle von Kapazitäts- nicht notwendigerweise mit Versorgungsengpässen gleichzusetzen, heißt es. Zugleich schreiben die Autoren, dass es in anderen Landesteilen eine Unterauslastung gebe. Das betreffe vor allem kleinere Geburtskliniken in ländlichen Regionen. Die Gutachter empfehlen den Bundesländern im Rahmen ihrer Krankenhausplanung, das zusätzliche Potenzial für Standortkonzentrationen „zu prüfen“. Das gelte insbesondere im Hinblick auf einen optimierten Einsatz vorhandener Hebammenkapazitäten.

Problematisch ist aus Sicht des IGES-Instituts auch, dass sich unter den Hebammen tendenziell eine weitere Verknappung abzeichnet, während 70 Prozent der Geburtskliniken einen steigenden Hebammenbedarf erwarten. Hinzu kommt eine hohe Unzufriedenheit der Hebammen mit den Arbeitsbedingungen. Das Bundesministerium für Gesundheit sieht vor allem bei den Arbeitsbedingungen Verbesserungspotenzial. hil/sb/may

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