ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2020GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung der ärztlichen Leichenschau ab 1. Januar 2020

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GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung der ärztlichen Leichenschau ab 1. Januar 2020

Dtsch Arztebl 2020; 117(3): A-92 / B-80 / C-76

Gorlas, Stefan

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Mit der Neuregelung der Vergütung der ärztlichen Leichenschau ab 1. Januar 2020 (siehe auch Deutsches Ärzteblatt vom 15. November 2019, Seiten A 2124–25 und A 2155) erreichen die Lan­des­ärz­te­kam­mern Fragen zur korrekten Abrechnung dieser Leistung.

Die meisten Fragen betreffen den Unterschied zwischen einer vorläufigen Leichenschau gemäß der neuen Nr. 100 GOÄ und einer eingehenden Leichenschau gemäß der Nr. 101 GOÄ.

Im Gegensatz zur mit der neuen Nr. 100 GOÄ vergüteten „Untersuchung eines Toten und Ausstellung einer vorläufigen Todesbescheinigung gemäß landesrechtlicher Bestimmungen …“ umfasst die mit der Nr. 101 GOÄ berechnungsfähige „Eingehende Untersuchung eines Toten und Ausstellung einer Todesbescheinigung, einschließlich Angaben zu Todesart und Todesursache gemäß landesrechtlicher Bestimmungen, gegebenenfalls einschließlich Aktenstudium und Einholung von Auskünften bei Angehörigen, vorbehandelnden Ärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten (Dauer mindestens 40 Minuten), gegebenenfalls einschließlich Aufsuchen (eingehende Leichenschau. …)“ immer die Angaben zur Todesart und Todesursache.

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Aus der Begründung des Verordnungsgebers zur Implementierung einer Gebührenposition für eine vorläufige Leichenschau ergibt sich, dass dieser davon ausgeht, dass insbesondere im organisierten Bereitschafts- und Rettungsdienst aufgrund des Vorrangs der Patientenversorgung häufig aus zeitlichen Gründen nur eine vorläufige Leichenschau erfolgen kann.

Des Weiteren wird häufiger gefragt, ob die Zeit für das Aufsuchen der Leiche in der Mindestdauer von 40 Minuten nach der Nr. 101 GOÄ bzw. in der Mindestdauer von 20 Minuten nach der neuen Nr. 100 GOÄ enthalten ist.

Aus dem zweiten Satz der Leistungslegende der Nr. 101 GOÄ „Dauert die Leistung nach Nummer 101 weniger als 40 Minuten (ohne Aufsuchen), mindestens aber 20 Minuten (ohne Aufsuchen), sind 60 Prozent der Gebühr berechnungsfähig.“ ergibt sich, dass die Zeit für das Aufsuchen des Toten nicht in der im ersten Satz der Leistungslegende (siehe oben) der Nr. 101 GOÄ aufgeführten Mindestdauer von 40 Minuten für die eingehende Leichenschau enthalten ist.

Gleiches gilt entsprechend für die neue Nr. 100 GOÄ mit der zu dieser in der Verordnung aufgeführten Mindestdauer von 20 Minuten. Dr. med. Stefan Gorlas

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