ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2020Rehabranche: Beschäftigte verspüren hohen Arbeitsdruck

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Rehabranche: Beschäftigte verspüren hohen Arbeitsdruck

Dtsch Arztebl 2020; 117(3): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: Photographee.eu/stock.adobe.com
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Viele Beschäftigte in Rehabilitationseinrichtungen klagen über einen hohen Arbeitsdruck. Das jedenfalls ergab eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Umfrage der Unternehmensberatung wmp Consult. Für die Untersuchung führten die Ökonomin Sabine Baldauf und die Politologin Dr. Katrin Vitols Interviews mit Branchenexperten der Beschäftigten- und Arbeitgeberseite und befragten mehr als 236 Arbeitnehmervertreter.

Demnach nehmen 88 Prozent der Beschäftigten eine Arbeitsverdichtung im Pflegedienst wahr. 81 Prozent gaben an, ihre Einrichtung leide unter einem Mangel an Pflege-Fachkräften. Ähnliches gelte auch für den ärztlichen Dienst. Patienten in Rehaeinrichtungen sind den Forscherinnen zufolge heute oft kränker und älter als in früheren Zeiten. Eine verkürzte Verweildauer in Akutkrankenhäusern und Multimorbidität hätten zu gestiegenen Schweregraden der Erkrankungen unter den Rehabilitanden geführt. So nehme der Pflege- und Betreuungsbedarf zu. Da gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten umgerechnet auf Vollzeitstellen stag-niere, habe sich die Arbeitsbelastung erhöht. Hinzu kämen neue Anforderungen wie die Digitalisierung, die zunächst Mehrarbeit und Schulungsbedarf bedeuteten.

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Bezogen auf die Profitabilität der Einrichtungen zeigt sich ein heterogenes Bild. Während große private Ketten oft gute Gewinne machten, stünden manche kleineren Kliniken finanziell unter Druck. Den größten Teil der mehr als 1.000 Rehaeinrichtungen in Deutschland betreiben private Firmen, ein Teil gehört zum öffentlichen Dienst, andere werden von Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden getragen. Die Branche hat knapp 123.000 Beschäftigte, von denen viele in Teilzeit arbeiten.

Aufgrund der Wachstums- und Gewinnorientierung gehörten Kostendruck sowie Einspar- und Rationalisierungsprogramme inzwischen in vielen Rehakliniken zum Alltag, stellen die Studienautorinnen fest. Ihre Forderung: „Die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen in Rehabilitationseinrichtungen müssen attraktiver werden.“ sg

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