ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2020Approbation: Konflikt um deutsche Medizinabsolventen in Polen

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Approbation: Konflikt um deutsche Medizinabsolventen in Polen

Dtsch Arztebl 2020; 117(3): A-50 / B-46 / C-46

Richter-Kuhlmann, Eva

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Für das Medizinstudium in Polen hat es eine Änderung der Rechtslage gegeben. Das führt nun zu Problemen für Absolventen aus Deutschland. Foto: picture alliance/Westend61
Für das Medizinstudium in Polen hat es eine Änderung der Rechtslage gegeben. Das führt nun zu Problemen für Absolventen aus Deutschland. Foto: picture alliance/Westend61

Zur Lösung des Dilemmas deutscher Medizinstudierender in Polen, die seit einigen Monaten keine Approbation von deutschen Landesprüfungsämtern aufgrund in Polen nicht erbrachter Bescheinigungen erhalten, sieht das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) die Bundesländer in der Pflicht. Auf Länderebene bestehe auch bereits Kontakt mit Polen, um eine Klärung herbeizuführen, sagte eine BMG-Sprecherin auf Anfrage. Generell entschieden über die automatische Anerkennung der polnischen Berufsqualifikationen die zuständigen Approbationsbehörden der Länder, die an die Vorgaben der Europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36 EG gebunden seien, betonte das BMG. Grund für den Stopp der Ausstellung von Approbationen an deutsche Medizinstudierende in Polen war laut BMG eine Änderung der polnischen Rechtslage: Die 13-monatige Zeit als Arzt im Praktikum (Staż) und die Medizinische Abschlussprüfung (LEK) sei von Polen im April 2019 wiedereingeführt und in den Anhang V der Berufsanerkennungsrichtlinie eingebracht worden. Als Folge dessen hätten die Länderbehörden die Approbation deutscher Absolventen, die das Staż nicht vorweisen können, ablehnen müssen. In den Konflikt eingeschaltet hat sich auch die brandenburgische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne). Polen müsse der EU-Kommission und damit allen EU-Mitgliedstaaten klar und unmissverständlich bescheinigen, dass nach polnischem Recht weder die Absolvierung des LEK noch des Staż für die uneingeschränkte Berechtigung zur Ausübung des ärztlichen Berufes Voraussetzung sei, sagte sie. Brandenburg habe deshalb den Kontakt zum polnischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium aufgenommen. ER

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