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NS-Arzt vor Gericht

Dtsch Arztebl 2000; 97(7): A-347 / B-292 / C-272

EB

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LNSLNS WIEN. Gegen den 84-jährigen österreichischen Psychiater Heinrich Gross wird am 21. März 2000 vor dem Landesgericht für Strafsachen der Prozess eröffnet. Gross wird des Mordes an neun Kindern, begangen im Jahr 1944 in der damaligen Wiener Klinik "Am Spiegelgrund", angeklagt. In dieser so genannten Kinderfachabteilung fielen in den Jahren 1940 bis 1945 mehr als 700 geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche der NS-Kindereuthanasie zum Opfer. Gross gilt als einer der Hauptverantwortlichen für diese Verbrechen.
Trotz dieses Sachverhaltes machte er nach dem Krieg in Wien Karriere; er wurde einer der gefragtesten Gerichtspsychiater Österreichs. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten griff er auf Gehirnpräparate zurück, die von den Euthanasie-Opfern stammten. Erst in den 80er-Jahren wurde Gross aufgrund des öffentlichen Drucks aus seinen Ämtern entfernt. EB
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