ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2020Epidemiologie des akuten Leberversagens

MEDIZIN: Originalarbeit

Epidemiologie des akuten Leberversagens

Ergebnisse einer populationsbasierten Studie mit Daten von 25 Millionen gesetzlich Versicherten

The epidemiology of acute liver failure—results of a population-based study including 25 million state-insured individuals

Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 43-50; DOI: 10.3238/arztebl.2020.0043

Weiler, Nina; Schlotmann, Andreas; Schnitzbauer, Andreas Anton; Zeuzem, Stefan; Welker, Martin-Walter

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Hintergrund: Das akute Leberversagen (ALV) tritt plötzlich auf und ist mit einer hohen Mortalität vergesellschaftet. Ziel der Studie war es, die Inzidenz des ALV mithilfe der Abrechnungsdaten von 25 Millionen Versicherten der größten gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung in Deutschland zu ermitteln.

Methode: Die Analyse schloss alle Versicherten im Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2018 ein. Die Kodierung mit den „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”-Codes und der Operationen- und Prozedurenschlüssel wurden zur Identifikation von Patienten eingesetzt. Zusätzlich wurden Alter, Geschlecht, Lebertransplantationen (LT) und Tode gezählt sowie auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Als Validitätsprüfung wurden die extrapolierten mit den tatsächlich durchgeführten Lebertransplantationen verglichen.

Ergebnisse: Die Inzidenz betrug 1,13/100 000 Personenjahre bei 4 652 Fällen. Frauen waren häufiger betroffen (52 % versus 48 %, p < 0,001). Die Gesamtsterblichkeit innerhalb von 3 Monaten lag bei 47 %. Weiterhin wurden 203 Transplantationen in 176 Patienten erfasst. 41 % der Transplantationen wurden bei Männern und 59 % bei Frauen vorgenommen (p = 0,137). Die 1-Jahres-Mortalität nach LT lag bei 20 %. Die 203 extrapolierten Transplantationen korrespondierten mit 228 durchgeführten Transplantationen.

Schlussfolgerung: Die Inzidenz des ALV war höher als erwartet, mit einer sehr niedrigen Rate an konsekutiv durchgeführten Lebertransplantationen trotz einer sehr hohen Mortalität. Bei einer Hochrechnung auf die deutsche Bevölkerung muss beachtet werden, dass die Versicherten der analysierten Krankenkasse keine Stichprobe darstellen.

LNSLNS

Das akute Leberversagen (ALV) ist eine potenziell reversible Leberfunktionsstörung, welche durch Ikterus, Koagulopathie (International Normalized Ratio [INR] > 1,5) und hepatische Enzephalopathie ohne vorbestehende Lebererkrankung charakterisiert ist (1). Es wird als selten angesehen und ist durch eine sehr hohe Mortalität gekennzeichnet, wenn keine Lebertransplantation (LT) durchgeführt wird (24). Daher ist die ärztliche Kenntnis des Krankheitsbildes wichtig, um Patienten frühzeitig an ein Transplantationszentrum weiterzuleiten. Da es keine nationalen Register gibt, ist die genaue Inzidenz mehr oder weniger unbekannt. Bisher gibt es lediglich auf Kohortenstudien basierende Schätzungen, während populationsbasierte Untersuchungen selten sind (5, 6).

Die Ursachen des ALV umfassen toxische, virale, autoimmune und – selten – vererbbare Lebererkrankungen. In Europa, Nordamerika und Japan sind die häufigsten Ursachen des ALV eine medikamentös-toxische Leberschädigung („drug induced liver injury“ [DILI]), akute virale Hepatitiden sowie das kryptogene Leberversagen (24). Die Bedeutung der viralen Hepatitiden hat in den letzten Jahren, unter anderem durch Impfprogramme, abgenommen (4). Dennoch, in Entwicklungsländern bleibt die virale Hepatitis die häufigste Ursache (7). Seltene Ursachen weltweit sind die autoimmune Hepatitis und der Morbus Wilson (8, 9).

Bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK), der größten Kran­ken­ver­siche­rung in Deutschland, waren Mitte 2018 bundesweit etwa 26,5 Millionen Menschen versichert, was ungefähr einem Drittel der deutschen Bevölkerung entspricht (10, 11).

Ziel der Studie war es, mithilfe der Abrechnungsdaten der AOK die Inzidenz des ALV in Deutschland zu erfassen. Darüber hinaus wurden Ursachen, Geschlechterverteilung, Verschreibung von Medikamenten vor dem ALV, Mortalität und die konsekutive Durchführung von Lebertransplantationen untersucht.

Methode

Studiendesign

Das deutsche Gesundheitssystem basiert auf gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung (12). Der größte Teil der Bevölkerung ist gesetzlich versichert, wobei der gesetzliche Versicherungsschutz durch verschiedene Kran­ken­ver­siche­rungen angeboten wird (13). Wir untersuchten die Inzidenz des ALV in Deutschland mithilfe der Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten, die in der größten gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung in Deutschland versichert sind. Die Ergebnisse wurden auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Als Validitätsprüfung wurden die extrapolierten LT mit den tatsächlich in Deutschland durchgeführten LT (nach Abfrage bei Eurotransplant) verglichen.

Die Studie wurde in Einklang mit der Deklaration von Helsinki durchgeführt und vorab durch die hiesige Ethikkommission geprüft und genehmigt.

Datenanalyse und Epidemiologie

Die Daten wurden prospektiv von der AOK erhoben und in Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) anonymisiert untersucht. Die Analyse schloss alle Patienten ein, welche ununterbrochen vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2018 bei der AOK versichert waren, aber auch Patienten, welche in dem Zeitraum geboren wurden oder verstorben sind. Um Patienten mit ALV zu identifizieren, wurden die an die AOK übermittelten ICD-10-GM-Codes („International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th revision, German Modification“) genutzt.

Um fälschlicherweise mit ALV kodierte Patienten mit chronischer und alkoholischer Lebererkrankung oder primären und sekundären Karzinomen der Leber auszuschließen, wurden Nebendiagnosen, welche eine bereits zuvor bestehende Lebererkrankung anzeigen, genutzt, um die primäre Datenabfrage anzupassen. Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) wurde genutzt, um Patienten mit Evaluation und/oder LT zu identifizieren.

Im Detail wurden alle Patienten, welche bei Entlassung mit der Hauptdiagnose K72.0 „akutes und subakutes Leberversagen“ für eine stationäre Behandlung kodiert wurden, erfasst. Datensets wurden wieder gelöscht, wenn gleichzeitig folgende Diagnosen ambulant oder stationär kodiert wurden: K72.1 „chronisches Leberversagen“; K74 „Leberzirrhose“; K70.3 „alkoholische Leberzirrhose“; K70.4 „alkoholisches Leberversagen“; P78.8 „kongenitale Leberzirrhose“; K76.1 „cirrhose cardiaque“; K71.7 „toxische Leberkrankheit mit Leberzirrhose“; C22 „bösartige Neubildung der Leber und der intrahepatischen Gallengänge“; C23 „bösartige Neubildung der Gallenblase“; C24 „bösartige Neubildung sonstiger und nicht näher bezeichneter Teile der Gallenwege“; C78.7 „sekundäre bösartige Neubildung der Leber und der intrahepatischen Gallengänge“. Um sicherzustellen, dass nur inzidente Fälle erfasst wurden, wurden alle Patienten die zwei- oder mehrfach innerhalb von 3 Monaten mit K72.0 kodiert wurden, nur einmalig aufgenommen. Die auf die Weise identifizierten, inzidenten Fälle wurden unter Anpassung von Geschlecht und Alter auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet (Grafik 1). Diese Extrapolation wird bei staatlichen Statistiken und Analysen des deutschen Gesundheitssystems angewandt (11).

Bestimmung der Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Bestimmung der Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Grafik 1
Bestimmung der Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018

Ursachen und Überleben

Die Datensets der Patienten mit ALV wurden benutzt, um Geschlecht, Alter zum Zeitpunkt der Diagnose und Nebendiagnosen (Ursachen des ALV und chronische Erkrankungen) zu bestimmen. Verschreibungen von Medikamenten innerhalb von drei Monaten vor Kodierung des Codes K72.0 wurden auf potenziell hepatotoxische Medikamente, welche als mögliche Ursache des ALV publiziert wurden (2, 1418), überprüft und mit den Verschreibungen in der Allgemeinbevölkerung verglichen. Die definierten Tagesdosen („defined daily doses”) wurden nicht berücksichtigt; Patienten mit mindestens einer Verschreibung von potenziell hepatotoxischen Medikamenten wurden einmal für ein 3-Monats-Intervall gezählt.

Alle Patienten mit ALV wurden auf Kodierung mit den folgenden OPS-Codes überprüft: 1–920.24 „vollständige Evaluation, mit Aufnahme eines Patienten auf eine Warteliste zur Lebertransplantation”; 1–920.34 „Re-Evaluation, mit Aufnahme oder Verbleib eines Patienten auf eine(r) Warteliste zur Lebertransplantation“; 1–920.04 „vollständige Evaluation, ohne Aufnahme eines Patienten auf eine Warteliste zur Lebertransplantation“; 1–920.14 „teilweise Evaluation, ohne Aufnahme eines Patienten auf eine Warteliste zur Lebertransplantation“; 1–920.44 „Re-Evaluation, mit Herausnahme eines Patienten aus einer Warteliste zur Lebertransplantation“; 5–504 „Lebertransplantation“. Mögliche konsekutive Todesfälle wurden als Tod innerhalb von 3 Monaten nach Kodierung der Diagnose K72.0 oder innerhalb von 12 Monaten nach Kodierung des OPS 5–504 definiert. Die Abfrage bei Eurotransplant wurde analog der Erhebung bei der AOK durchgeführt. Patienten mit gleichzeitig kodierten chronischen Lebererkrankungen wurden ausgeschlossen.

Statistik

Inzidenz, Geschlecht, Alter, Nebendiagnosen, Tod und Durchführung einer LT werden als deskriptive Statistik präsentiert. Geschlechterverteilung, Mortalität und Verschreibung von Medikamenten wurden mit einem zweiseitigen Binominaltest verglichen (19). Für die Berechnung wurden exakte Zahlen benutzt, in diesem Beitrag werden gerundete Zahlen dargestellt.

Ergebnisse

Epidemiologie

Insgesamt wurden im untersuchten Zeitraum, vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2018, 4 652 Fälle mit ALV identifiziert (Tabelle 1), resultierend in einer mittleren Inzidenz von 1,13 pro 100 000 Personenjahre. Diese 4 652 Fälle traten bei 4 621 Patienten auf; von diesen waren 2 188 Männer, welche somit im Vergleich zur Gesamtbevölkerung unterrepräsentiert waren (47 %; p = 0,009). Das mediane Alter der Patienten mit ALV war 60 Jahre (Spannbreite 0–101). Das ALV trat am häufigsten in der 9. Dekade auf (Grafik 2), aber 64 % der Patienten waren jünger als 70 Jahre (20).

Altersverteilung für die Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland im Zeitraum 2014 – 2018
Altersverteilung für die Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland im Zeitraum 2014 – 2018
Grafik 2
Altersverteilung für die Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland im Zeitraum 2014 – 2018
Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Tabelle 1
Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018

Ursachen und Nebendiagnosen

Für die Mehrheit der Patienten mit ALV (56 %) wurde keine Nebendiagnose kodiert, die zur Bestimmung der Ursache des Leberversagens herangezogen werden konnte (eTabelle). Die bei Patienten mit ALV und in der Allgemeinbevölkerung verschriebenen, potenziell hepatoxischen Medikamente sind in Tabelle 2 dargestellt.

Verschreibungen hepatotoxischer Medikamente bei Patienten mit akutem Leberversagen (n = 4 621 Patienten) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung*1
Verschreibungen hepatotoxischer Medikamente bei Patienten mit akutem Leberversagen (n = 4 621 Patienten) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung*1
Tabelle 2
Verschreibungen hepatotoxischer Medikamente bei Patienten mit akutem Leberversagen (n = 4 621 Patienten) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung*1
Nebendiagnosen der Patienten mit ALV für eine ambulante oder stationäre Behandlung im untersuchten Zeitraum nach ICD-10-G
Nebendiagnosen der Patienten mit ALV für eine ambulante oder stationäre Behandlung im untersuchten Zeitraum nach ICD-10-G
eTabelle
Nebendiagnosen der Patienten mit ALV für eine ambulante oder stationäre Behandlung im untersuchten Zeitraum nach ICD-10-G

Von 4 621 Patienten mit ALV wurden bei 33 % ein Diabetes mellitus, bei 26 % eine koronare Herzerkrankung und bei 25 % bösartige Neubildungen für eine ambulante oder stationäre Behandlung kodiert (eTabelle).

Überleben

Von 4 621 Patienten starben 2 166 innerhalb von 3 Monaten (47 %), 1 071 Männer (49 % der Männer) und 1 095 Frauen (45 % der Frauen; p = 0,055). OPS-Codes für eine Evaluation wurden bei 188 von 4 621 Patienten (4,1 %) kodiert, wobei in diesen 188 Patienten 209 Evaluationen mit und ohne Listung kodiert wurden.

Weiterhin wurden 203 LT in 176 Patienten identifiziert (176/4 621; 3,8 %). Von den 176 Patienten waren 73 Männer (41 % versus 59 %; p = 0,137). Das mittlere Alter der transplantierten Patienten betrug 33 Jahre (Spannbreite 0–66). Im ersten Jahr nach Transplantation verstarben 34 von den 176 Patienten (19,5 %), 7 Männer (10 % der Männer) und 27 Frauen (26 % der Frauen; p = 0,035). Das mittlere Alter der verstorbenen Patienten betrug 38 Jahre (Spannbreite 1–57).

Zur Validitätsprüfung wurden die tatsächlich vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2018 durchgeführten LT bei Eurotransplant erfragt (Arjan van Enckevort, Eurotransplant International Foundation [request@eurotransplant.org], persönliche Kommunikation via E-Mail, 19. September 2019); 357 Patienten wurden in Deutschland mit der Diagnose K72.0 gelistet, inklusive der Patienten mit Listung zur Re-Transplantation (Tabelle 3). Bei diesen Patienten wurden 228 Transplantationen durchgeführt, inklusive Re-Transplantationen.

Bei Eurotransplant zur Lebertransplantation gelistete Patienten aus Deutschland mit der Diagnose K72.0 in den Jahren 2014 – 2018, inklusive Patienten mit Re-Listung*
Bei Eurotransplant zur Lebertransplantation gelistete Patienten aus Deutschland mit der Diagnose K72.0 in den Jahren 2014 – 2018, inklusive Patienten mit Re-Listung*
Tabelle 3
Bei Eurotransplant zur Lebertransplantation gelistete Patienten aus Deutschland mit der Diagnose K72.0 in den Jahren 2014 – 2018, inklusive Patienten mit Re-Listung*

Diskussion

Das akute Leberversagen ist eine schwerwiegende Leberfunktionseinschränkung, deren Inzidenz mehr oder weniger unbekannt ist (4). In der vorgelegten Studie berichten wir nach Auswertung der dokumentierten Diagnose- und Behandlungsdaten von ungefähr 25 Millionen Versicherten und Hochrechnung auf die Gesamtbevölkerung von 83 Millionen Menschen über das ALV in Deutschland (10), was – nach unserer Kenntnis – die bisher größte populationsbasierte Studie zum ALV darstellt (5, 21, 22).

Die wesentliche Schlussfolgerung unserer Analyse ist, dass die Inzidenz in Deutschland höher ist, als zuvor geschätzt (23), aber vergleichbar mit den Vereinigten Staaten von Amerika (24), jedoch niedriger als kürzlich für Taiwan und Thailand berichtet (5, 22). Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Taiwanesische Inzidenz auch das ALV bei akuter alkoholischer Hepatitis einschloss, welches vom ALV im engeren Sinne zu unterscheiden ist (25). Eine Übersicht über die aktuelle Datenlage gibt Tabelle 4.

Synopsis der publizierten, epidemiologischen Daten für das akute Leberversagen (ALV) in den letzten 10 Jahren
Synopsis der publizierten, epidemiologischen Daten für das akute Leberversagen (ALV) in den letzten 10 Jahren
Tabelle 4
Synopsis der publizierten, epidemiologischen Daten für das akute Leberversagen (ALV) in den letzten 10 Jahren

Außerdem wurden LT trotz einer ausgesprochen hohen Mortalität nur selten durchgeführt. Zuvor publizierte Daten zur Rate an LT in Patienten mit ALV sind selten und spiegeln häufig nur bestimmte Kohorten wieder (26); die Raten variieren zwischen 0 % und 23 % (15, 2629). Im Vergleich zu Kohortenstudien war das mediane Alter der Patienten höher (17, 18), aber ähnlich zu Patienten in Japan (28) und Patienten mit DILI (30, 31) sowie zu der populationsbasierten, taiwanesischen Studie (5). Unter Annahme einer Altersgrenze für LT von 70 Jahren (20) waren die meisten Patienten potenzielle Kandidaten für eine Transplantation. Allerdings wurden nur 4,1 % der Patienten evaluiert und 3,8 % der Patienten wurden transplantiert. Die niedrige Zahl der Evaluationen kann durch das übliche Abrechnungsverfahren erklärt werden, da Transplantationen als Hauptprozedur kodiert werden. Die Kodierung der Evaluation ist für die Abrechnung nachrangig, so dass sie möglicherweise als weitere Prozedur gar nicht übermittelt wurde.

Bei der hohen Mortalität ist es schwieriger zu verstehen, warum nur so wenige Transplantationen durchgeführt wurden. Kontraindikationen gegen eine Transplantation wie Malignome oder Herzkreislauferkrankungen haben vielleicht zu der niedrigen Rate an Transplantation beigetragen.

Patienten mit primärer und sekundärer Neoplasie der Leber wurden durch das Studiendesign ausgeschlossen. Allerdings zeigen die Nebendiagnosen eine hohe Rate an anderen Malignomen und auch koronarer Herzkrankheit bei Patienten mit ALV. Durch die Datenabfrage wurde auch das akute alkoholische Leberversagen ausgeschlossen. Trotzdem wurden die Diagnosen F10 „psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol“ bei 14,4 % und die alkoholische Lebererkrankung (ohne alkoholische Leberzirrhose und alkoholisches Leberversagen) bei 4,2 % der Patienten kodiert. Weiterhin kann für die niedrige Rate an Transplantationen auch ein sehr rasches Fortschreiten der Erkrankung zum terminalen Leberversagen und schließlich Tod verantwortlich sein. Im untersuchten Zeitraum verstarben 82 von 357 bei Eurotransplant registrierten Patienten mit ALV auf der Warteliste. Inwieweit – struktureller oder regionaler – Zugang zur Transplantation eine Rolle spielt, ist nicht bekannt. Für die Behandlung und das Überleben von Patienten mit hepatozellulärem Karzinom wurden kürzlich regionale Unterschiede beim Zugang zur Therapie publiziert (32).

Die Ursachen des ALV zu erfassen, war ein sekundäres Studienziel. In der Mehrheit der Fälle wurde keine Nebendiagnose kodiert, die zur Bestimmung der Ursache des Leberversagens herangezogen werden kann, und daher war die Rate an kryptogenen Leberversagen höher als zuvor berichtet (18, 33, 34). Die Gründe hierfür sind nicht klar. Die Tatsache, dass die Abrechnung der Behandlung im Wesentlichen durch die stationäre Hauptdiagnose und Hauptprozedur erfolgt, hat sicherlich dazu beigetragen. Um dennoch mögliche Ursachen zu ermitteln, wurden Verschreibungen von Medikamenten nach möglichen Wirkstoffen überprüft, welche kürzlich mit dem unklaren ALV in Zusammenhang gebracht wurden (2, 1418). Unsere Daten können vielleicht das hepatotoxische Potenzial bestimmter Wirkstoffe bestätigen, aber durch die Komplexität der Einflüsse ist die Analyse schwierig. Die Einnahme freiverkäuflicher Medikamente und auch illegaler Drogen konnte durch das Studiendesign nicht erfasst werden (35, 36). Das muss bei der Interpretation der Daten berücksichtigt werden.

Um die Datenabfrage und die Hochrechnung zu überprüfen, verglichen wir die extrapolierte Zahl an LT mit der bei Eurotransplant registrierten Zahl für Deutschland. Die Extrapolation zeigte eine niedrigere Zahl an Transplantationen. Die Differenz könnte möglicherweise Unterschiede im Hinblick auf Begleiterkrankungen oder den sozioökonomischen Status zwischen den AOK-Versicherten und der Allgemeinbevölkerung widerspiegeln (12). Ebenso können zeitliche Verschiebungen der Kodierung zum Jahreswechsel in Unterschieden resultieren. Sechs Patienten wurden bei Eurotransplant in einem anderen Jahr gelistet als transplantiert, fünf Patienten im Folgejahr, ein Patient wurde 2015 gelistet und 2018 transplantiert. Darüber hinaus wurden 19 Datensets von Patienten, welche mit der Diagnose K72.0 gelistet wurden, ausgeschlossen, da gleichzeitig eine chronische Lebererkrankung kodiert wurde. Dies lässt vermuten, dass bei der Kodierung K72.0 bei Eurotransplant nicht immer das ALV im engeren Sinne zugrundegelegt wird.

Die Interpretation der Ergebnisse ist durch das Studiendesign limitiert. Trotz der Bemühungen, Differenzialdiagnosen zum ALV auszuschließen, ist eine fälschliche Kodierung eines ALV mit K72.0 bei der stationären Abrechnung oder der zur Selektion der Patienten herangezogenen weiteren Diagnosen im stationären und ambulanten Bereich denkbar – angedeutet durch die hohe Rate an Komorbiditäten oder Fettlebern genauso wie unklaren Leberversagen. Die Kodierung wird in Deutschland durch behandelnde Ärzte, aber auch durch Medizin-Controller durchgeführt. Das ALV im engeren Sinne ist jedoch eine schwierige Diagnose, selbst Experten können nicht in allen Fällen eine Ursache ermitteln (34). Ob die Kodierung von K72.0 im Einzelfall auch einen finanziellen Vorteil bringt, kann nicht beurteilt werden. Im Übrigen werden nur minimale Datensets sowie ICD- und OPS-Codes an die Krankenkassen weitergeleitet, klinische und laborchemische Daten sind zur Überprüfung der Diagnosen nicht verfügbar (37). Nichtsdestotrotz hat die Nutzung von Abrechnungsdaten einige besondere Vorteile, da ausnahmslos alle stationären Aufenthalte in die Überprüfung eingeschlossen werden (38), es gibt keine systematische Verzerrung wie bei Kohortenanalysen aus spezialisierten Leberzentren.

Die Extrapolation zur Gesamtbevölkerung wurde unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht analog zu Analysen des Gesundheitssystems durch staatliche Stellen durchgeführt (11). Bei der Interpretation der Ergebnisse muss berücksichtigt werden, dass neben Alter und Geschlecht auch weitere soziodemografische Einflussfaktoren die Gesundheit im Allgemeinen und die Inzidenz von bestimmten Erkrankungen im Besonderen beeinflussen können (5). Da sich die AOK-Versicherten möglicherweise in soziodemografischen Merkmalen von denen der deutschen Bevölkerung unterscheiden (39), ist trotz Standardisierung der Hochrechnung auf die Gesamtbevölkerung eine Über- oder Unterschätzung denkbar (40). Bei der Bewertung ist zu berücksichtigen, dass die Versichertenpopulationen der Kassen durch die freie Kassenwahl kontinuierlichen Veränderungen unterworfen ist.

Für die Abrechnung der stationären Behandlungen sind die stationäre Hauptdiagnose und der Prozedurenschlüssel ausreichend. Die Analyse der Ursachen des ALV sollte deshalb mit Vorsicht interpretiert werden. Trotz dieser Einschränkungen bleibt dies die bisher größte Studie zum akuten Leberversagen, seiner Inzidenz und den konsekutiv durchgeführten Lebertransplantationen.

Zusammenfassend zeigt die aktuelle Studie, basierend auf den Gesundheitsdaten von 25 Millionen Versicherten und mit Hochrechnung auf die Gesamtbevölkerung von 83 Millionen Menschen, eine Inzidenz des akuten Leberversagens von 1,13 pro 100 000 Personenjahre in Deutschland. Trotz einer ausgesprochen hohen Mortalität werden potenziell lebensrettende Lebertransplantationen nur selten durchgeführt. Ferner kann mit dem ICD-Code K72.0 nicht zwischen einem akuten und einem subakuten Leberversagen unterschieden werden. Die präsentierte Inzidenz umfasst daher beide Formen, die sich aber klinisch hinsichtlich Prognose und konsekutiver Therapie nicht unterscheiden (1). Die Therapie der Wahl ist die Lebertransplantation.

Interessenkonflikt
Dr. Weiler erhielt für Beratertätigkeiten und Vortragshonorare Gelder von Astellas und Novartis. Ihr wurden Reisekosten erstattet von AbbVie, Astellas, Biotest und Novartis.

Prof. Schnitzbauer erhielt Beraterhonorare von Astellas, Novartis, Integra Life Sciences, TEVA und Chiesi. Von Astellas wurden ihm Reisekosten erstattet.

Prof. Zeuzem wurde für Beratertätigkeiten honoriert von AbbVie, Gilead, Intercept und Janssen. Er erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von AbbVie, Gilead und Merck/MSD.

PD Welker erhielt für Beratertätigkeiten und Vortragshonorare Gelder von AbbVie, Akcea, Amgen, Bayer, BMS, Gilead, Hexal, Novartis und Roche. Reisekostenerstattung bekam er von AbbVie, Astellas, Bayer, BMS, Novartis, Janssen und Roche.

Dr. Schlotmann erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 30. 1. 2019, revidierte Fassung angenommen: 14. 11. 2019

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Nina Weiler
Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik 1
Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main
nina.weiler@kgu.de

Zitierweise
Weiler N, Schlotmann A, Schnitzbauer AA, Zeuzem S, Welker MW: The epidemiology of acute liver failure—results of a population-based study including 25 million state-insured individuals.
Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 43–50. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0043

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eTabelle:
www.aerzteblatt.de/20m0043 oder über QR-Code

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Medizinische Klinik 1, Universitätsklinikum Frankfurt: Dr. med. Nina Weiler,
Prof. Dr. med. Stefan Zeuzem, PD Dr. med. Martin-Walter Welker
Wissenschaftliches Institut der Allgemeinen Ortskrankenkasse, Berlin:
Dr. med. Andreas Schlotmann
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt:
Prof. Dr. med. Andreas Anton Schnitzbauer
Klinischer Aspekt
Bestimmung der Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Bestimmung der Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Grafik 1
Bestimmung der Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Altersverteilung für die Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland im Zeitraum 2014 – 2018
Altersverteilung für die Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland im Zeitraum 2014 – 2018
Grafik 2
Altersverteilung für die Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland im Zeitraum 2014 – 2018
Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Tabelle 1
Inzidenz des akuten Leberversagens in Deutschland 2014–2018
Verschreibungen hepatotoxischer Medikamente bei Patienten mit akutem Leberversagen (n = 4 621 Patienten) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung*1
Verschreibungen hepatotoxischer Medikamente bei Patienten mit akutem Leberversagen (n = 4 621 Patienten) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung*1
Tabelle 2
Verschreibungen hepatotoxischer Medikamente bei Patienten mit akutem Leberversagen (n = 4 621 Patienten) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung*1
Bei Eurotransplant zur Lebertransplantation gelistete Patienten aus Deutschland mit der Diagnose K72.0 in den Jahren 2014 – 2018, inklusive Patienten mit Re-Listung*
Bei Eurotransplant zur Lebertransplantation gelistete Patienten aus Deutschland mit der Diagnose K72.0 in den Jahren 2014 – 2018, inklusive Patienten mit Re-Listung*
Tabelle 3
Bei Eurotransplant zur Lebertransplantation gelistete Patienten aus Deutschland mit der Diagnose K72.0 in den Jahren 2014 – 2018, inklusive Patienten mit Re-Listung*
Synopsis der publizierten, epidemiologischen Daten für das akute Leberversagen (ALV) in den letzten 10 Jahren
Synopsis der publizierten, epidemiologischen Daten für das akute Leberversagen (ALV) in den letzten 10 Jahren
Tabelle 4
Synopsis der publizierten, epidemiologischen Daten für das akute Leberversagen (ALV) in den letzten 10 Jahren
Nebendiagnosen der Patienten mit ALV für eine ambulante oder stationäre Behandlung im untersuchten Zeitraum nach ICD-10-G
Nebendiagnosen der Patienten mit ALV für eine ambulante oder stationäre Behandlung im untersuchten Zeitraum nach ICD-10-G
eTabelle
Nebendiagnosen der Patienten mit ALV für eine ambulante oder stationäre Behandlung im untersuchten Zeitraum nach ICD-10-G
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