MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Scabies crustosa

Crusted scabies

Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 60; DOI: 10.3238/arztebl.2020.0060a

Kohn, Diana; Wetzig, Tino

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Eine 62-jährige Patientin stellte sich vor. In der Anamnese gab die Patientin an, dass sie unter nächtlichem Pruritus und multiplen Papeln litt. Sichtbar waren exkoriierte Nodi und großflächige Erytheme am gesamten Integument. An den Füßen sowie am Nabel (Abbildung links) fanden sich zusätzlich großflächige gelbliche Borkenauflagerungen. Skabies-typische Gangstrukturen waren hingegen nicht nachweisbar. Lichtmikroskopisch konnten in den umbilical entnommen Borken zahlreiche agile Skabiesmilben, Eier und Skybala nachgewiesen werden (Abbildung rechts). Die Diagnose Scabies crustosa wurde somit einfach und schnell gesichert. Beim daraufhin untersuchten Ehemann zeigten sich Skabies-typische Hautveränderungen im Sinne von kommaartigen Milbengängen und krustösen Papeln. Es erfolgte die stationäre Isolierung und Behandlung der Patientin sowie Mitbehandlung der Kontaktpersonen nach Empfehlung des Robert Koch-Instituts. Die Krusten lösten sich und der Pruritus klang rasch ab. Die Scabies crustosa gilt als hoch infektiös, weil von einer extrem hohen Milbendichte insbesondere im Bereich der Krusten und Borken ausgegangen werden muss. Bereits kurze Hautkontakte können zur Infektion führen. Insbesondere für lokale Skabiesausbrüche in Heimen und Krankenhäusern sind diese Patienten von besonderer Bedeutung.

Dr. med. Diana Kohn, PD Dr. med. Tino Wetzig, Asklepios Klinik Weissenfels, Weißenfels, d.kohn@asklepios.com

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Kohn D, Wetzig T: Crusted scabies. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 60. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0060a

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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