ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2020Influenzaimpfung: Hohe Kosten
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Die geschilderte Initiative aus Braunschweig zur Verbesserung der Influenza-Impfraten bei Krankenhausmitarbeitern ist erfreulich und verdient Respekt. Allerdings scheinen die Einbeziehung eines externen Dienstleisters und die damit verbundenen Kosten von mehr als 85 000 Euro sehr hoch.

Die Universitätsmedizin Rostock ist ein Maximalversorger mit derzeit 1 050 stationären Betten bei 36 Kliniken sowie 27 Instituten und 32 Medizinischen Versorgungszentren mit ca. 4 300 Beschäftigten. Zusätzlich werden 250 Auszubildende und insgesamt 2 200 Studenten der Human- und Zahnmedizin sowie der medizinischen Biotechnologie (MBT) durch den Betriebsärztlichen Dienst (BÄD) versorgt. Durch eine seit 2015 angelegte konzertierte Aktion des BÄD und der Abteilung für Infektiologie mit dem Ziel der Senkung der Impf-Hemmschwelle konnten die Impfraten der Mitarbeiter einschließlich der Auszubildenden von 407 Impfdosen in der Impfsaison 2014/2015 auf zuletzt ca. 1 100 Impfdosen in der aktuellen Impfsaison 2019/2020 allein im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2019 erhöht werden. Hierzu gab es neben flexiblen Impfterminen im BÄD das erweiterte Angebot, sich ohne vorherige Anmeldung im Zentrum für Innere Medizin am Hauptcampus durch die Ärzte der Abteilung für Infektiologie impfen zu lassen. Als praktischer Lern-Nebeneffekt konnten sich die medizinischen Mitarbeiter und Studenten unter ärztlicher Anleitung gegenseitig impfen. Zusätzlich wurden klinikinterne Werbekampagnen in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit in Form von Posteraushängen und Intranet-Informationen forciert und die Beschäftigten per Rund-Mail vom BÄD über das terminliche Angebot informiert. Impf-Aktionen vor Ort wurden durch Impf-Teams des BÄD in den verschiedenen Klinikstand-orten der Universitätsmedizin Rostock durchgeführt. In einer gemeinsamen Aktion des Landesamtes für Gesundheit und Soziales M-V und der Abteilung für Infektiologie wurde am 23./24. Oktober 2019 eine Impfaktion für Studierende und Beschäftigte in der zentralen Universitätsbibliothek abgehalten. Die Erstattung des tetravalenten Impfstoffs erfolgte im Anschluss durch die Krankenkassen. Diese gemeinsamen Aktionen erfordern das Engagement der Mitarbeiter aller beteiligten Einrichtungen und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Impfraten.

Dr. med. Birgit Emmert, Dr. med. Hilte Geerdes-Fenge,
Dr. med. Martina Littmann, Dr. med. Micha Löbermann, Prof. Dr. med. univ. Emil C. Reisinger
, 18057 Rostock

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