ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2020Strukturwandel: Mein „Nein“ zu diesem System
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Würde, Selbstverantwortung und Selbststeuerung, sprich weise und bewusste Integration meiner Gewordenheit und unterschiedlichster Motivationssysteme sind mehr und mehr die Orientierungslinien meines Lebens und damit auch meiner Arbeit. Neben der wichtigen Orientierung, die sie mir geben, sind es hohe ethische Werte und für mich zutiefst human, letztlich die einzigen notwendigen und handlungsleitenden Fähigkeiten, die es in jedem menschlichen Wesen zu entwickeln gilt, um in all dieser außer Rand und Band geratenden Welt wieder Lebensperspektiven und sich selbst heilende und einzig heilsame Balance zu ermöglichen. Im Gegensatz dazu erlebe ich nahezu alles, was in der näheren und weiteren Wirtschaftswachstums-getriebenen Politik initiiert wird, entschieden nicht als heilsame Integrationskraft, sondern vielmehr als unreifes Ausagieren impulsiver kindlich organisierter Ichanteile. An den relevanten Führungshebeln des Weltgeschehens sitzen anscheinend kindliche Bewusstseinsstrukturen. Das ist so unsäglich, dass es einem die Luft nimmt. Ich würde gerne allen führenden Personen, bevor sie solche werden dürfen, tief greifende Auseinandersetzung mit sich selbst empfehlen, Weisheitstherapie, Fasten, Achtsamkeit, Bücher wie „Würde“ und „Rettet das Spiel“ von Gerald Hüther und „Selbststeuerung“ von Joachim Bauer. Auch eine noch so schnelle Gesetzestaktung und Mehr-Kontrolle wird kein organisches Gleichgewicht hervorbringen und letztlich in ihrer Kurzsichtigkeit nur noch mehr Schaden anrichten. Ich möchte hier bei aller erlebten Ohnmacht mein klares Nein zu der Entwicklung im Gesundheitssystem aussprechen – Kontrolle, Einschränkung, Unlust-erzeugung, staatliche Lenkung, Objektivierung, Dressur, Regulation über Strafangst – was für unweise, veraltete, unsinnige, gefährliche und letztlich noch kränker machende Maßnahmen.

Dorothea Fischer, Psychotherapeutin, 12169 Berlin

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