ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2020Zika-Infektionsrisiko: Modellrechnung für Südamerika und Europa

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Zika-Infektionsrisiko: Modellrechnung für Südamerika und Europa

Dtsch Arztebl 2020; 117(4): A-149

Hillienhof, Arne

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Mücken der Gattung Aedes übertragen in den meisten Fällen das Zika-Virus auf den Menschen. Foto: picture alliance/AP Photo
Mücken der Gattung Aedes übertragen in den meisten Fällen das Zika-Virus auf den Menschen. Foto: picture alliance/AP Photo

Eine Karte des regionalen Zika-Infektionsrisikos haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung auf der Basis von Modellrechnungen erstellt. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin PeerJ erschienen (2019; Doi: 10.7717/ peerj.7920).

Die Ausbreitung des Virus hängt laut den Forschenden sowohl von Umwelt- als auch von sozioökonomischen Faktoren ab. „Mit unseren neuen Modellierungsansätzen können wir einerseits die Risikogebiete für Zika-Infektionen in Lateinamerika aufzeigen“, erläutert Prof. Dr. rer. nat. Sven Klimpel, Professor für Parasitologie und Infektionsbiologie an der Frankfurter Goethe-Universität und am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

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Die Modelle seien aber auch in der Lage, Zika-Risikogebiete für Europa darzustellen. Dafür modellierte das Team um Dr. phil. nat. Sarah Cunze und Klimpel die potenzielle Verbreitung der beiden Stechmückenarten. Darüber hinaus ist entscheidend, dass das Virus in der Region überhaupt vorkommt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlossen daher eine Evidence Consensus Karte in ihr Risikomodell ein. Diese Karte kategorisiert auf regionaler Ebene die Anzahl der gemeldeten Zika-Erkrankungen. Zudem banden sie die durchschnittliche Temperatur des wärmsten Quartals in das Modell mit ein, da die Temperatur entscheidenden Einfluss darauf hat, ob sich das Virus in der Stechmücke halten und vervielfältigen kann. Außerdem nahmen sie sozioökonomische Faktoren wie die Bevölkerungsdichte und das Bruttoinlandsprodukt hinzu. Neben Hochrisikogebieten in Mittel- und Südamerika ist auch in Europa die Möglichkeit einer Infektion gegeben, insbesondere in den Gebieten am Mittelmeer, im französischen Inland und den baden-württembergischen Rheingebieten. hil

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