ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2020Sprachsensibilität: „Aus“ für „Arztsprech“
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Schön, dass jetzt auch die Internisten die Notwendigkeit sehen, an ihrer Sprache zu feilen. Wie oft höre ich: „Mein Mann muss mal wieder zur Einstellung zu Ihnen!“ Jedes Mal durchzuckt es mich, und ich kann mir nicht verkneifen zu antworten: „Ich kann vielleicht einen Motor einstellen, Ihren Mann kann ich nur behandeln!“ Meines Wissens waren es zunächst in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts die Epileptologen, die seitdem versuchen, die Stigmatisierung „Epileptiker“ zu verbannen – und es in ihren Kreisen auch tatsächlich weitgehend erfolgreich geschafft haben. Allerdings ist vor allem auch bei Ärzten anderer Fachrichtungen diesbezüglich noch viel zu tun. „Arztsprech“, sei es schriftlich in den Entlassungsbriefen, oder auch mündlich im Kollegen- und Kolleginnenkreis, sollte eigentlich „out“ sein. Mit ein wenig Nachdenken verbunden, ist das auch gar nicht schwer.

Dr. med. Michael Freudenberg, 23730 Neustadt

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