ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2000Anspruch auf ein Zwischenzeugnis: Umorganisation in einem Krankenhaus

VARIA: Wirtschaft - Recht und Steuer

Anspruch auf ein Zwischenzeugnis: Umorganisation in einem Krankenhaus

Dtsch Arztebl 2000; 97(7): A-393 / B-317 / C-297

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LNSLNS Aus triftigen Gründen kann auch während eines Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis verlangt werden.
Im zu entscheidenden Fall hatte ein Oberarzt wegen des Ausscheidens seines Fachvorgesetzten (des Ärztlichen Direktors) die Klinikleitung gebeten, ihm ein Zwischenzeugnis zu erteilen. Diese vertrat die Auffassung, der Kläger habe darauf keinen tarifvertraglichen Anspruch. Weder die Umorganisation im Krankenhaus noch die mit ihr verbundenen personellen Änderungen stellten einen triftigen Grund dar.
Die Klage hatte Erfolg. Das berechtigte Interesse des Arbeitnehmers ergibt sich bei einem Wechsel des Vorgesetzten schon daraus, dass sonst über längere Zeit keine sachgerechte Beurteilung möglich wäre. In Führungspositionen wird der Arbeitnehmer oftmals auf die Beurteilung durch den ausscheidenden Vorgesetzten gesteigerten Wert legen, wenn dieser in Fachkreisen besonders anerkannt ist. Bei einem späteren Zeugnis durch einen neuen Vorgesetzten wäre der eigene Erfahrungshintergrund des Beurteilenden verkürzt. Aus Sicht des Arbeitnehmers ist auch die Indizwirkung des Zwischenzeugnisses für ein späteres Schlusszeugnis zu berücksichtigen.
Nach Meinung des Bundesarbeitsgerichts hat der Oberarzt damit einen Anspruch auf ein qualifiziertes Zwischenzeugnis, allein eine "fachliche Beurteilung" reicht nicht aus. (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 1. Oktober 1998, Az.: 6 AzR 176/97) Be
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