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Wir bedanken uns bei den Autorinnen und Autoren der Diskussionsbeiträge für ihre Anmerkungen. Frau Dr. Hummel verweist zurecht auf die Rolle der Hausärzte und die Diskrepanz zwischen Vertrauen und unzureichender Aufklärung über Einnahmedauer und Abhängigkeitsrisiko bei Z-Substanzen und Benzodiazepinen. Der Rückgang an Verschreibungen relativiert sich allerdings mit Blick auf die Privatverschreibungen, auf die Frau Dr. Schubert verweist. Ohne Zweifel hat Kollege Dr. Wörz recht, wenn er den hohen Aufwand für eine fachgerechte Führung entsprechender Patientengruppen anspricht.

Im Übrigen sind wir Frau Dr. Schubert für die Präzisierung dankbar, dass die DDDs der angenommenen mittleren Tagesdosis für die Hauptindikation entsprechen. Dies ist insbesondere für die Opioid-Analgetika relevant, da sich die therapeutisch notwendige Dosis für einen Schmerzpatienten je nach Erkrankung deutlich von der DDD unterscheiden kann. Bei den Benzodiazepinen und Z-Substanzen spielt diese Problematik hingegen eine geringere Rolle, da die laut S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“ (1) empfohlenen Dosierungen weitgehend den DDDs entsprechen.

Die Formulierung „Prävalenz der Verordnungen …“ in der Überschrift der Tabelle 1 ist, wie mit der Tabellenunterschrift verdeutlicht, als Anteil der Personen zu verstehen, die im betreffenden Jahr einen bestimmten Wirkstoff erhielten, bezogen auf alle Patienten der jeweiligen Wirkstoffgruppe (2).

Des Weiteren wird kritisch angemerkt, dass aufgrund der unzureichenden Abdeckung der Apotheken verallgemeinernde Aussagen nur eingeschränkt möglich sind. Diese Limitation dürfte aufgrund der von uns vorgenommenen Gewichtung nur geringe Auswirkungen auf die Analyseergebnisse haben, da es unwahrscheinlich ist, dass systematisch Apotheken mit weit über- beziehungsweise unterdurchschnittlichen Abgabemengen nicht im Datensatz enthalten sind. Analysen auf Basis von Daten großer Apothekenrechenzentren haben demgegenüber den bedeutsamen Vorteil, dass Auswertungen zeitnah und kassenübergreifend vorgenommen werden können. Der Aufbau eines jährlichen Monitorings wäre auf diese Weise mit vertretbarem Aufwand möglich.

Wörz bemängelt, dass viele Studien zwar den Langzeitgebrauch von Benzodiazepinen, Z-Substanzen und Opioid-Analgetika kritisieren würden, jedoch keine Vorschläge für Alternativen aufzeigen. Mit Blick auf die beiden erstgenannten Wirkstoffe sind bezüglich der Schlafstörungen in der zugehörigen S3-Leitlinie jedoch mehrere Möglichkeiten genannt, wie Betroffenen auch ohne den Einsatz von Hypnotika geholfen werden könnte. Die Opioid-Analgetika erfordern eine differenziertere Betrachtung. Bezüglich der chronischen Nichttumor-Erkrankungen empfehlen die S3-Leitlinien (3) nur für wenige Indikationen eine Verordnungsdauer von über drei Monaten. Gleichwohl dürfte für viele Patienten mit chronischen Schmerzen und noch mehr für Personen mit einer Krebserkrankung die dauerhafte Einnahme von Opioid-Analgetika alternativlos sein. Der Argumentation, dass in solchen Fällen ethische Abwägungen Vorrang haben müssen, ist uneingeschränkt zuzustimmen.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0098b

Für die Autoren

Dr. phil. Sven Buth

PD Dr. phil. Uwe Verthein

Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

u.verthein@uke.uni-hamburg.de

Dr. med. Rüdiger Holzbach

Klinik für Psychiatrie, psychotherapie und Psychosomatik, Klinikum Hochsauerland

Interessenkonflikt

PD Uwe Verthein erhielt Erstattung von Teilnahmegebühren für Kongresse und Reisekosten von Mundiphrama und Camurus. Für Vortragstätigkeiten wurde er von Munipharma honoriert.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Riemann D, Baum E, Cohrs S, et al.: S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Somnologie 2017; 21: 2–44 CrossRef
2.
Buth S, Holzbach R, Martens MS, Neumann-Runde E, Meiners O, Verthein U: Problematic medication with benzodiazepines, “Z-drugs”, and opioid analgesics—an analysis of national health insurance prescription data from 2006–2016. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 607–14 CrossRef PubMed Central
3.
Reinecke H, Sorgatz H: S-3-Leitlinie LONTS. Der Schmerz 2009; 23: 440–7 CrossRef MEDLINE
1.Riemann D, Baum E, Cohrs S, et al.: S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Somnologie 2017; 21: 2–44 CrossRef
2.Buth S, Holzbach R, Martens MS, Neumann-Runde E, Meiners O, Verthein U: Problematic medication with benzodiazepines, “Z-drugs”, and opioid analgesics—an analysis of national health insurance prescription data from 2006–2016. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 607–14 CrossRef PubMed Central
3.Reinecke H, Sorgatz H: S-3-Leitlinie LONTS. Der Schmerz 2009; 23: 440–7 CrossRef MEDLINE

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