ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2020Schwangerschaftsabbrüche: Rund 300 Ärzte auf Liste

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Schwangerschaftsabbrüche: Rund 300 Ärzte auf Liste

Dtsch Arztebl 2020; 117(6): A-232

dpa

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Die neue offizielle Liste mit Ärzten, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, wächst. Ein halbes Jahr nach dem Start haben sich 301 Ärzte und andere Einrichtungen aus allen Bundesländern eintragen lassen, wie die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) mitteilte. Weitere Anträge auf Aufnahme in die Liste werden derzeit unter anderem auf korrekte Angaben überprüft und sollen in den nächsten Aktualisierungsrunden ergänzt werden. Das Verzeichnis wird monatlich auf einen neuen Stand gebracht, Ärzte können sich freiwillig melden. Die BÄK hatte die Liste Ende Juli 2019 online gestellt, die Teil der umstrittenen Reform von § 219 a des Strafgesetzbuches ist. Sie soll Frauen einen leichteren Zugang zu Informationen bieten. Auf Kritik war gestoßen, dass die Übersicht zum Start zunächst bundesweit nur 87 Einträge von Praxen und anderen Einrichtungen umfasste. Bis Anfang September stieg die Zahl der Einträge auf 215. Der Anfang 2019 beschlossene Kompromiss der Großen Koalition zum Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche sieht vor, dass Ärzte öffentlich machen dürfen, dass sie Abbrüche vornehmen – weitere Informationen etwa über angewendete Methoden sind aber nicht erlaubt. Dazu sollen Ärzte auf der Liste Angaben machen können, ohne dass sie Gefahr laufen, gegen strafrechtliche Vorgaben zu verstoßen. Um den Aufbau weiter zu beschleunigen, werde unter Ärzten kontinuierlich über die Liste und das Anmeldeverfahren informiert, erläuterte die BÄK. Wenn Mediziner aufgenommen werden wollten, dauere die Registrierung auf der Internetseite etwa drei Minuten. Für Frauen, die Informationen suchen, gibt es online auch eine Suchfunktion mit Postleitzahlen und Orten. Online abrufbar ist die Liste auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie verweist ebenfalls darauf, dass die Aufnahme für Ärzte freiwillig ist. Daher sei die Liste nicht vollständig. dpa

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