ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2020Antibiotika: Gemeinsame Kampagne gegen Resistenzen in Nordrhein-Westfalen

MEDIEN

Antibiotika: Gemeinsame Kampagne gegen Resistenzen in Nordrhein-Westfalen

Dtsch Arztebl 2020; 117(6): A-269 / B-237 / C-230

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Frank Duenzl/picture alliance
Foto: Frank Duenzl/picture alliance

Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika soll eine neue Informationskampagne in Nordrhein-Westfalen (NRW) sensibilisieren. „Antibiotika gehören zu den schärfsten Schwertern der Menschheit im Kampf gegen Infektionskrankheiten“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU). Bei unsachgemäßem Einsatz von Antibiotika werde jedoch die Entstehung von resistenten Bakterien beschleunigt. „Damit verliert die Medizin ihre therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen – das Schwert droht stumpf zu werden“, sagte er. Die Kampagne „Rationale Antibiotikaversorgung in Nordrhein-Westfalen“ tragen die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) des Landes gemeinsam mit dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Düsseldorf sowie den Apothekerkammern, der Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen des Landes. Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser und die Geschäftsstellen der Krankenkassen erhalten dazu die von der Initiative gemeinsam erarbeiteten Poster und Faltblätter, um die Öffentlichkeit zu informieren. „Ziel unserer gemeinsamen Kampagne ist es, die Gesundheitskompetenz der Menschen in NRW zu stärken. Wir möchten sie über den sinnvollen Einsatz von Antibiotika aufklären und für einen sorgsamen Umgang damit sensibilisieren“, sagte Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest für die Krankenkassen. Höhepunkt der Kampagne ist eine Aktionswoche vom 10. bis zum 15. Februar mit zahlreichen zusätzlichen Aktivitäten. Dazu gehören Patientenveranstaltungen, konkrete Beratungsangebote der Kooperationspartner vor Ort, Informationsstände, Telefonaktionen und Social-Media-Aktivitäten.

„Nach einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung sind die Antibiotikaverordnungszahlen im Bund zwischen 2010 bis 2018 um 21 Prozent gesunken – in der Kinder- und Jugendmedizin in den vergangenen zehn Jahren sogar um gut 40 Prozent“, sagte Dr. med. Karlheinz Großgarten, Geschäftsführer der KV Nordrhein. Der Trend gehe damit in die richtige Richtung. „Die neue Kampagne wird uns bei unserer intensiven Aufklärungs- und Informationsarbeit unter Ärzten und Patienten zusätzlichen Schub verleihen“, betonte er. hil

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema