ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2020Burn-out: Harndrang und Arbeitsdruck
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Endlich wird der alarmierende Befund, wird das, was den Angestellten in der stationären Versorgung und den Patientinnen und Patienten, die damit in Kontakt kommen, schon längst klar ist, durch eine Studie belegt und öffentlich gemacht. Danke.

Wie krank müssen Ärzte und Pfleger noch werden, wie viele Ärzte und Pfleger müssen sich noch das Leben nehmen, wie weit in die Absurdität (krank werden, um gesund zu machen) muss das Gesundheitssystem noch gleiten, damit sich an den Arbeitsbedingungen etwas ändert?

Hierzu eine Ergänzung (es ist eines von nicht enden wollenden Beispielen): Eine leicht grippal angeschlagene Ärztin kam als Patientin in eine Hausarztpraxis und wollte krankgeschrieben werden, damit sie „endlich“ Zeit habe, „einmal genug zu trinken” um ihre Nieren durchzuspülen und damit ihre noch nicht ganz, aber fast schon gut ausgeheilte Blasenentzündung

„einmal richtig auskurieren“, zu können, da sie dazu im Krankenhausalltag nicht genügend Zeit habe …

Nicht genügend Zeit zu haben, um auf Toilette zu gehen, beziehungsweise nicht genügend zu trinken, um den Toilettengang zu vermeiden, ist ein weit verbreitetes Problem im stationären Alltag. Ich denke, es bedarf keiner weiteren Erklärung, um damit auf die Dringlichkeit einer Änderung der Arbeitsbedingungen im stationären Alltag hinzuweisen.

Es gibt sie schon und immer mehr, die „Oasen“ mit humanen Arbeitszeiten, leider überwiegen sie (noch) nicht.

Carolin Otto, Ärztin, 04318 Leipzig

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