ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2020Chronische Erkrankungen: Disease-Management-Programm für Osteoporose verabschiedet

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Chronische Erkrankungen: Disease-Management-Programm für Osteoporose verabschiedet

Dtsch Arztebl 2020; 117(6): A-274 / B-242 / C-234

Maybaum, Thorsten; Beerheide, Rebecca

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Die Patienten sollen von dem wissenschaftlich auf dem neuesten Stand befindlichen Behandlungskonzept profitieren. Foto: crevis/stock.adobe.com
Die Patienten sollen von dem wissenschaftlich auf dem neuesten Stand befindlichen Behandlungskonzept profitieren. Foto: crevis/stock.adobe.com

Patienten mit Osteoporose können sich unter bestimmten Bedingungen zukünftig in einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm, DMP) versorgen lassen. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat heute nach längerer Debatte die genauen Details beschlossen.

Das DMP richtet sich demnach an Patienten mit einer medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose. Frauen können sich ab dem vollendeten 50. Lebensjahr in das DMP einschreiben lassen, Männer ab dem vollendeten 60. Lebensjahr. Ziel des DMP ist es insbesondere, (weitere) Knochenbrüche zu vermeiden, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und Schmerzen zu reduzieren.

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Die therapeutischen Maßnahmen, die der G-BA in die DMP-Anforderungen aufgenommen hat, sind dem Gremium zufolge in Abhängigkeit von Alter und Begleiterkrankungen der Patienten auszuwählen. Die Empfehlungen für die medikamentöse Therapie sind spezifiziert für Männer und/oder postmenopausale Frauen.

Die Empfehlungen für die nichtmedikamentöse Therapie betreffen beispielsweise lebensstilbezogene Schulungen, die Ermittlung des Sturzrisikos ab einem Lebensalter von 70 Jahren und das Angebot von Funktionstraining oder Rehabilitationssport. Patienten steht das neue DMP zur Verfügung, sobald die Krankenkassen mit Ärzten und/oder Krankenhäusern Verträge zur praktischen Umsetzung des DMP abgeschlossen haben. „Die Osteoporose gehört zu den chronischen Erkrankungen, die dem G-BA aus der Fachwelt für ein DMP vorgeschlagen wurden“, sagte Elisabeth Pott, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses DMP. Die Patienten würden von dem wissenschaftlich auf dem neuesten Stand befindlichen Behandlungskonzept profitieren.

Längere Diskussionen im Plenum des Gremiums gab es vor allem über die Patientenschulungen sowie die notwendigen wissenschaftlichen Evaluationen der Schulung. Wegen noch fehlender Evaluationen würden DMP-Verträge vom Bundesamt für Soziale Sicherung oftmals abgelehnt, beklagten Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sowie des GKV-Spitzenverbandes. Der G-BA legt den Beschluss nun dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vor. Nach Nichtbeanstandung treten die Anforderungen an das DMP Osteoporose am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals in Kraft. may/bee

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