ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2020Kryokonservierung: Kinder und Jugendliche könnten durchs Raster fallen

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Kryokonservierung: Kinder und Jugendliche könnten durchs Raster fallen

Dtsch Arztebl 2020; 117(6): A-231 / B-207 / C-203

Maybaum, Thorsten

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Eine Kryokonservierung kostet bis zu 4 300 Euro für Frauen. Die jährlichen Lagerkosten betragen rund 300 Euro. Foto: picture alliance Phanie
Eine Kryokonservierung kostet bis zu 4 300 Euro für Frauen. Die jährlichen Lagerkosten betragen rund 300 Euro. Foto: picture alliance Phanie

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die an Krebs erkrankt sind, droht der Ausschluss einer Kryokonservierung zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Das geht aus einem Beschlussentwurf des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) hervor. Dieser sieht auch eine Altersgrenze für Frauen ab 40 Jahren und Männern ab 50 vor. Der Gesetzgeber hatte kürzlich entschieden, dass Krankenkassen für junge an Krebs erkrankte Erwachsene die Kosten für eine Kryokonservierung tragen müssen. Details sollte der G-BA bis Februar 2020 regeln. Das Problem bei den unter 18-Jährigen liegt laut Entwurf in den Details für eine hormonelle Stimulationsbehandlung. So haben GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung auf Grenzen der arzneimittelrechtlichen Zulassung hingewiesen. „Medikamente zur ovariellen Stimulation vor Eizellgewinnung sind aktuell ausschließlich für erwachsene Frauen zugelassen“, heißt es in dem Papier. Würden diese Medikamente bei nicht erwachsenen Frauen eingesetzt, seien die gesamten in der Richtlinie geregelten Leistungen „keine GKV-Leistung“. Das stößt auf Kritik. Niemand werde verstehen, wenn das Einfrieren von Eizellen für ein Mädchen von 18 Jahren bezahlt werde, für eine 17-Jährige aber nicht, sagte Prof. Dr. med. Mathias Freund, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. may

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