ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2000Börsebius zu Aktienanleihen (III): Zeichen der Zeit ausnutzen

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zu Aktienanleihen (III): Zeichen der Zeit ausnutzen

Dtsch Arztebl 2000; 97(7): [68]

Rombach, Reinhold

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In den letzten beiden Beiträgen habe ich mich zu Aktienanleihen ausgelassen. Zusammengefasst handelt es sich hier also um eine Anlageform, bei der einem für eine kurze Spanne sehr hohe Zinsen geboten werden. Im Zweifel aber erfolgt die Rückzahlung des Geldes eben nicht in Geld, sondern Aktien. Es ist eine Mär zu glauben, diese Art von Papieren würden deswegen offeriert, weil den Kreditinstituten das Wohl der Kunden so sehr am Herzen läge. Meiner Überzeugung nach werden Aktienanleihen genau dann platziert, wenn die ausgebende Bank der Meinung ist, dass in einem bestimmten Börsensegment oder einem einzelnen Papier nichts mehr zu holen ist. Und das ist auch so. Schauen Sie sich doch den DAX an, der von Höchststand zu Höchststand eilt, obwohl diese Indexrekorde nur noch von zwei oder drei Werten aus der Kommunikationsbranche getragen werden. Vorsicht signalisieren auch die krassen Bewertungsunterschiede. Verstehen Sie, warum Mannesmann und die Deutsche Telekom mit mehreren Hundert (!) Milliarden Mark an der Börse bewertet werden, die hoch soliden RWE dagegen nur "läppische" 36 Milliarden Mark wert sein sollen?? Diese exorbitanten Ungleichgewichte müssen sich auf Sicht einfach austarieren.
So gesehen ist es nicht mehr als schlüssig, dass die Saat für Aktienanleihen derzeit üppig aufgeht. Dem Anleger bleibt es gleichwohl überlassen, ob er ins offene Messer läuft oder seine Schlüsse daraus zieht.
Handlungsvarianten:
1. Zitterpartie Aktienanleihe: Aktienanleihe kaufen, die Zinsen kassieren und unter Umständen wochenlang unter fallenden Kursen leiden. Am Fälligkeitstag eventuell mit Verlust abschließen.
2. Zeitzeichen erkennen, handeln: Aus der Tatsache, dass Aktienanleihen vermehrt angeboten werden, den wohl richtigen Schluss ziehen, sich vom Aktienmarkt zu verabschieden. Die Erkenntnis, dass die Emittenten von Aktienanleihen vermutlich einen Wissensvorsprung haben, durchaus ernst nehmen.
3. Im System mitschwimmen: Clevere Börsianer gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie nutzen die Vorgabe "Aktienanleihen", um hieraus eine genau entgegengesetzte Strategie zu fahren. Mit dem Kauf eines Puts auf die der Anleihe unterlegte Aktie würden sie von fallenden Kursen sogar profitieren. Das kann allerdings auch zur Zitterpartie ausarten. Filigraner sind vielmehr "Stillhaltegeschäfte". Hier profitiert der Anleger sogar, wenn die Kurse in etwa stabil bleiben oder nur moderat fallen. Im nächsten Beitrag werde ich genau diese beiden Strategien "Puts" und "Stillhalten" näher erläutern. Börsebius
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema