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Wir danken Herrn Dr. Riemer für die Anmerkungen und die Diskussion der Differenzialdiagnose nächtlicher Bewegungsstörungen.

Wie auch in unserer Übersichtsarbeit dargestellt, ist „schlechter Schlaf“ ein Sammelbecken für viele Störungen im Schlaf und auch im Wachen (1). In der Tat sollten nächtliche Attacken bei jungen, bisher gesunden Menschen eine detaillierte und sorgfältige differenzialdiagnostische Einordnung veranlassen. Nebensymptome, wie kognitive Beeinträchtigungen tagsüber, Wesensänderungen oder Tagesschläfrigkeit, die bei subjektiv gutem Schlaf unangemessen wäre, sollte weitere Untersuchungen nach sich ziehen. Das Alter der Patienten spielt eine wesentliche Rolle in der Differenzialdiagnose bei jungen, sonst gesunden Patienten sind Epilepsien häufiger, andere Schlaferkrankungen, wie zum Beispiel die REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) als wichtige Differenzialdiagnose nächtlichen Verhaltens hat einen wesentlich späteren Altersgipfel, junge Patienten mit RBD sind eine Rarität. Die Abgrenzung von nächtlichen Epilepsien, Parasomnien oder anderweitig gestörtem Schlaf kann sich schwierig gestalten, Fragebögen können erste Hinweise liefern (2).

Die erwähnten Differenzialdiagnosen der SHE („sleep-related hypermotor epilepsy“, früher: „nächtliche Frontallappenepilepsie“ [NFLE] [3]) sind selten, aber gerade wegen der Seltenheit und des häufig normalen interiktalen EEGs sind sie eine wichtige Differenzialdiagnose mit großer Bedeutung für die Therapie.

Abschließend bestätigt der Fallbericht des Kollegen das Herangehen, dass schlafbezogene Erkrankungen differenziert und je nach Symptomkomplex und Nebensymptomen sorgfältig diagnostiziert werden müssen und therapeutisch je nach Erkrankung und nicht allgemein mit „Schlafmitteln“ behandelt werden sollen.

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0118b

Für die Autoren
PD Dr. med. Jan Rémi
Neurologische Klinik und Poliklinik, LMU München
jan.remi@med.lmu.de

Interessenkonflikt
PD Dr. Rémi wurde für Tätigkeiten im Advisory Board und für Vortragstätigkeiten honoriert von Vanda. Er erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Vanda und Bioproject. Für die Durchführung von klinischen Auftragsstudien wurden ihm Gelder zuteil von Kappa Saute.

1.
Rémi J, Pollmächer T, Spiegelhalder K, Trenkwalder C, Young P: Sleep-related disorders in neurology and psychiatry. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 681–8 VOLLTEXT
2.
Derry CP, Davey M, Johns M, et al.: Distinguishing sleep disorders from seizures: diagnosing bumps in the night. Arch Neurol 2006; 63: 705–9 CrossRef MEDLINE
3.
Tinuper P, Bisulli F, Cross JH, et al.: Definition and diagnostic criteria of sleep-related hypermotor epilepsy. Neurology 2016; 86: 1834–42 CrossRef MEDLINE PubMed Central
1.Rémi J, Pollmächer T, Spiegelhalder K, Trenkwalder C, Young P: Sleep-related disorders in neurology and psychiatry. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 681–8 VOLLTEXT
2.Derry CP, Davey M, Johns M, et al.: Distinguishing sleep disorders from seizures: diagnosing bumps in the night. Arch Neurol 2006; 63: 705–9 CrossRef MEDLINE
3.Tinuper P, Bisulli F, Cross JH, et al.: Definition and diagnostic criteria of sleep-related hypermotor epilepsy. Neurology 2016; 86: 1834–42 CrossRef MEDLINE PubMed Central

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