ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2020Bundeswehr: Einsatzbedingte psychische Erkrankungen hoch

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Bundeswehr: Einsatzbedingte psychische Erkrankungen hoch

Bühring, Petra

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Nach Ereignissen bei Auslandseinsätzen sind Posttraumatische Belastungsstörungen nicht selten. Foto: dpa
Nach Ereignissen bei Auslandseinsätzen sind Posttraumatische Belastungsstörungen nicht selten. Foto: dpa

Die Anzahl der Soldaten, die sich wegen einer einsatzbedingten psychischen Erkrankung erstmals in fachärztliche oder psychotherapeutische Behandlung begeben haben, bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Das geht aus dem 61. Jahresbericht des Wehrbeauftragten des Bundestages, Hans-Peter Bartels, hervor. Im Jahr 2019 litten dem Bericht zufolge 982 Soldaten an einer einsatzbedingten psychischen Erkrankung. Die Zahl hat von 784 in 2017 über 867 in 2018 kontinuierlich zugenommen. Entsprechend stieg auch die Zahl der Neuerkrankungen von 274 in 2017 über 279 in 2018 auf 290 im Jahr 2019. Die Zahlen zeigten, dass sich die Behandlung einsatzbedingter psychischer Erkrankungen in der Regel über Jahre hinziehe. „Zu berücksichtigen ist auch, dass Traumatisierte oft erst mit mehrjähriger Verspätung in die Behandlung kommen“, so der Bericht.

Zur Prävention von einsatzbedingten psychischen Erkrankungen verweist Bartels auf die Regel, dass zwischen zwei Auslandseinsätzen immer eine einsatzfreie Zeit von fünf Monaten pro geleistetem Einsatzmonat liegen soll, um sich wieder vollständig in das „normale“ Leben integrieren zu können. „Es kommt immer wieder zur Umgehung dieser Regel, weil es von bestimmten Spezialisten zu wenige bei der Bundeswehr gibt“, heißt es im Jahresbericht. Das schaffe zusätzliche Probleme.

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Darüber hinaus thematisiert der Wehrbeauftragte auch die Wiedereingliederung der Betroffenen in den Dienst als „wichtiges Element im Rahmen der Rehabilitation“, sobald dies unter therapeutischen Gesichtspunkten möglich ist. Für die aufnehmenden Dienststellen sei es oft „eine Herausforderung“, die notwendige Betreuung zu gewährleisten. „Vorgesetzte und Kameraden brauchen mehr fachliche Unterstützung zum Umgang mit psychisch Einsatzgeschädigten“, heißt es im Jahresbericht. PB

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