ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2020Essstörungen bei Männern: Individueller Therapieansatz besser

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Essstörungen bei Männern: Individueller Therapieansatz besser

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Nicht nur Mädchen und Frauen, sondern auch Jungen und Männer sind zunehmend von Essstörungen betroffen. Da Essstörungen aber in der Regel dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden, besteht die Gefahr, dass entsprechende Symptome beim männlichen Geschlecht übersehen oder falsch diagnostiziert und männliche Patienten nicht adäquat behandelt werden. Medizinische Psychologinnen um Kate Tchanturia am King’s College London (GB) befragten nun 14 Männer mit Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Disorder), die aktuell behandelt wurden oder früher behandelt worden waren, zu ihren Erfahrungen und Wünschen hinsichtlich Essstörungstherapien.

Die Teilnehmer fanden die Therapiemanuale und -verfahren in Ordnung und forderten daher keine geschlechtsspezifische Anpassung. „Vielmehr wünschten sie sich auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Therapien“, so die Autorinnen. Die Befragten berichteten außerdem, dass sie sich oft exotisch vorkämen, weil sowohl andere Patienten als auch Therapeuten und Praxis- oder Klinikpersonal in der Regel weiblich wären.

Die Autorinnen empfehlen, Therapiematerialien geschlechtsneutral zu gestalten und darin die Erfahrungen männlicher Patienten einzubeziehen. Außerdem sollte die Therapieumgebung männerfreundlicher gestaltet werden, zum Beispiel indem sowohl in den Therapiegruppen als auch unter Therapeuten und dem Personal Männer und Frauen gleichermaßen vertreten sind. ms

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Kinnaird E, Norton C, Pimblett C, Stewart C, Tchanturia K: „There’s nothing there for guys“. Do men with eating disorders want treatment adaptations? Eating and Wight Disorders 2019; 24 (5): 845–52.

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