ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2020Shimon Sakaguchi: Entdecker der regulatorischen Immunzellen

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Shimon Sakaguchi: Entdecker der regulatorischen Immunzellen

Dtsch Arztebl 2020; 117(7): A-345 / B-301 / C-289

Spielberg, Petra

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Shimon Sakaguchi, Foto: dpa
Shimon Sakaguchi, Foto: dpa

Für die Entdeckung der regulatorischen T-Zellen sowie die Beschreibung ihrer Funktion für das Immunsystem erhält der japanische Immunologe Prof. Dr. Shimon Sakaguchi Mitte März den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis. Er gilt als eine der bedeutendsten internationalen Auszeichnungen in der medizinischen Grundlagenforschung. Mit seiner Entdeckung widerlegte Sakaguchi eine bis in die 1970er-Jahre in der internationalen Forschergemeinde weit verbreitete Ansicht, wonach das Gleichgewicht des Immunsystems über den Thymus geregelt wird. Viele Forscher stritten seinerzeit die Existenz von eigenständigen regulatorischen Immunzellen ab.

Sakaguchi dagegen vertraute seinen Experimenten mehr als der gängigen Lehrmeinung. Seine Forschungsergebnisse gelten als bahnbrechend. Denn regulatorische T-Zellen stellen exzellente Zielmoleküle für Therapien dar, sei es in der Behandlung immunologisch beeinflusster Krebserkrankungen oder in der Therapie von Allergien und Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose oder Rheuma.

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Der heute 69-Jährige studierte Medizin zunächst an der Kyoto-Universität in Japan und wechselte später an die Johns Hopkins und die Stanford Universität in die USA. Im Jahr 1991 kehrte er nach Japan zurück. Seit 2011 forscht und lehrt Sakaguchi an der Universität Osaka. Der Wissenschaftler hat für seine Forschung bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Deutschen Immunologie-Preis und gilt als Anwärter für den Medizin-Nobelpreis. Petra Spielberg

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