ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2020Leberzirrhose: Empfehlungen zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln

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Leberzirrhose: Empfehlungen zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln

Dtsch Arztebl 2020; 117(7): A-349 / B-305 / C-293

Hillienhof, Arne

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Foto: magicmine/iStock
Foto: magicmine/iStock

Evidenzbasierte Empfehlungen für den Einsatz und die Dosierung zahlreicher praxisrelevanter Arzneimittel bei Leberzirrhose hat eine niederländische Arbeitsgruppe erarbeitet. Diese Empfehlungen stehen bislang nur auf Niederländisch und zu einem kleinen Teil auf Englisch zur Verfügung. Expertinnen und Experten der niederländischen Arbeitsgruppe und Mitglieder der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft haben einige dieser Empfehlungen jetzt in der Zeitschrift „Arzneiverordnung in der Praxis“ (AVP) zusammengefasst.

Für Deutschland wird die Prävalenz der Leberzirrhose laut den Autoren auf etwa 900/100 000 geschätzt. Die häufigsten Ursachen für eine Leberzirrhose sind Alkohol-abusus, chronische Virushepatitiden B und C sowie nichtalkoholische Fettlebererkrankungen. Seltenere Ursachen können unter anderem Autoimmunhepatitiden, Stoffwechselkrankheiten oder das Budd-Chiari-Syndrom sein.

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„In Abhängigkeit von der verbliebenen Leberfunktion kann bei einer Leberzirrhose der Stoffwechsel einiger Arzneimittel verändert sein. Daher muss gegebenenfalls die Dosis angepasst werden oder bestimmte Arzneimittel sollten ganz vermieden werden“, schreiben die Autoren in dem Beitrag. Ursächlich für die Veränderungen der Pharmakodynamik und -kinetik sei vor allem ein verminderter hepatischer sogenannter First-Pass-Effekt durch den veränderten Blutfluss durch die Leber sowie eine verminderte Aktivität von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen.

Für Patienten mit Leberzirrhose gehe die Verordnung bestimmter Arzneimittel mit besonderen Risiken einher, vor allem wenn spezifische Dosisempfehlungen nicht beachtet würden. Die niederländische Arbeitsgruppe hat mehr als 200 Arzneimittel auf ihre sichere Anwendung bei Leberzirrhose evaluiert. Die Autoren des AVP-Beitrages haben zudem einige Arzneimittel aufgeführt, die bei Patienten mit Leberzirrhose in Deutschland von Bedeutung sein können, aber bislang nicht im Rahmen des niederländischen Projekts bewertet wurden. hil

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