ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2020Antidepressiva: Cochrane untersucht Zweitlinientherapie der Depression

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Antidepressiva: Cochrane untersucht Zweitlinientherapie der Depression

Dtsch Arztebl 2020; 117(7): A-340

Hillienhof, Arne

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Drei Behandlungsstrategien bei Depressionen untersuchten die Studien. Foto: tadamichi/stock.adobe.com
Drei Behandlungsstrategien bei Depressionen untersuchten die Studien. Foto: tadamichi/stock.adobe.com

Unter dem Titel „Are there effective medications for treating depression that does not improve with the first medication used?“ hat die Cochrane Common Mental Disorders Group die Möglichkeiten der Zweitlinientherapie von Depressionen untersucht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben dazu zehn randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 2 731 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingeschlossen. Diese Studien untersuchten drei verschiedene Behandlungsstrategien. Den Wechsel zu einem anderen Antidepressivum, die Zugabe eines zweiten Antidepressivums zur laufenden Antidepressivbehandlung oder das Hinzufügen einer anderen Art von Medikament zur aktuellen Antidepressivbehandlung, zum Beispiel eines Antipsychotikums.

Eine Ergänzung der aktuellen Antidepressivumtherapie mit Mianserin oder mit einem Antipsychotikum (Cariprazin, Olanzapin, Quetiapin oder Ziprasidon) kann danach die depressiven Symptome kurzfristig, das heißt innerhalb von acht bis zwölf Wochen, verbessern. Allerdings ist die Evidenz dazu laut den Cochrane-Autoren meist von geringer oder mittlerer Qualität. Ärztinnen und Ärzte müssten Verbesserungen mit Antipsychotika zudem gegen die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Behandlungsabbruchs oder eines unerwünschten Ereignisses abwiegen.

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Eine Ergänzung der aktuellen Antidepressivumtherapie mit einem zweiten Antidepressivum, Mirtazapin, bringt laut den Studien keinen klinisch wichtigen Nutzen in der Reduktion der depressiven Symptome. Die Evidenz dazu sei hochwertig.

Die Wissenschaftler weisen weiter daraufhin, dass sie keine Studien zur Erhöhung der Dosis der aktuellen Antidepressiva gefunden haben. Neun der zehn Studien, die sie in ihre Arbeit einbeziehen konnten, wurden von Pharmaunternehmen gesponsert. hil

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