ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2020Arzt-Patienten-Kontakte: Sozialisation führt zu Unterschieden

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Arzt-Patienten-Kontakte: Sozialisation führt zu Unterschieden

Dtsch Arztebl 2020; 117(7): A-302

Hillienhof, Arne

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Die Zahl einer ärztlichen Inanspruchnahme ändert sich nicht nach einem Wechsel des Wohnortes. Foto: dpa
Die Zahl einer ärztlichen Inanspruchnahme ändert sich nicht nach einem Wechsel des Wohnortes. Foto: dpa

Die Häufigkeit, mit der Bürger ambulante Leistungen in Anspruch nehmen, wird häufig mit einer Über- oder Unterversorgung in den verschiedenen Regionen begründet. In einer Studie im Journal of Health Economics schreiben Wissenschaftler des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Universität Tilburg nun, dass die Unterschiede vor allem auf Eigenschaften der Patienten zurückzuführen sind – und nicht auf die ärztliche Versorgung. Für die Untersuchung werteten die Autoren die ambulanten Leistungspunkte von mehr als sechs Millionen Krankenversicherten aus. Dabei untersuchten sie insbesondere das Verhalten von Menschen, die innerhalb des Untersuchungszeitraums von einer Region in eine andere umzogen. Das waren im beobachteten Zeitraum rund 203 000 Patienten. Ergebnis: Im Durchschnitt nehmen Patienten nach einem Umzug ebenso viele ärztliche Leistungen in Anspruch wie vorher, auch wenn sich die ambulanten Versorgungsstrukturen zwischen den Wohnorten unterschieden. Bei Fachärzten spielt die Versorgung der Untersuchung zufolge eine größere Rolle als bei Allgemeinmedizinern. „Unsere Studie macht deutlich, dass ein höheres Angebot an Ärzten nicht automatisch dazu führt, dass Patienten öfter zum Arzt gehen“, sagte RWI-Gesundheitsökonom Ansgar Wübker. Stattdessen scheine es so, als würden kulturelle Unterschiede und Einstellungen eine große Rolle spielen. hil

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