ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2020Angststörungen: Therapie in der virtuellen Realität

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Angststörungen: Therapie in der virtuellen Realität

Hillienhof, Arne

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Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) können sich bei Angststörungen künftig auch digital in den eigenen vier Wänden behandeln lassen. Die Grundlage dafür bildet eine Therapie, die auf Virtual Reality (VR) und einer App basiert.

Die Anwendung will Nutzerinnen und Nutzern innerhalb von vier Wochen eine App-gestützte Behandlung mit zahlreichen Schulungsvideos und digital angeleiteten Übungen bieten. „Invirto“ setzt im Rahmen virtueller Realität auf die Konfrontation mit Angst auslösenden Situationen. Diese werden mithilfe einer VR-Brille simuliert, die individuelle psychische Situation der Teilnehmer anschließend anhand eines Fragenkatalogs per App erfasst. Sollte sich im Rahmen des virtuellen Schulungsprogramms der Zustand der teilnehmenden Person verschlechtern, kann sie über eine Notfallnummer umgehend Hilfe kontaktieren.

Dr. med. Bartosz Zurowski, Psychiater am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), hält das neue Behandlungsprogramm für einen wichtigen Schritt hin zu einer zukunftsorientierten ambulanten Psychotherapie. „Es wird höchste Zeit, dass wir die neuen digitalen Techniken endlich in der ambulanten Versorgung einsetzen“, sagte er. Die einzelnen Bausteine der Therapie seien wissenschaftlich sehr gut erprobt und hätten sich in zahlreichen Studien bewährt.

Entwickelt wurde „Invirto“ durch das vor zwei Jahren aus einer wissenschaftlichen Studie am UKSH heraus gegründete Start-up-Unternehmen Sympatient. Das UKSH untersucht das neue Behandlungskonzept mit einer Studie und erhebt dazu systematisch Behandlungserfolge und -aufwand sowie die Teilnehmerakzeptanz.

Studien zufolge leiden zehn Millionen Menschen in Deutschland im Verlauf eines Jahres an einer Angststörung. Sie ist damit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. hil

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