ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2020Ärger um Approbation: Medizinstudierende aus Polen reichen Petition ein

AKTUELL

Ärger um Approbation: Medizinstudierende aus Polen reichen Petition ein

Dtsch Arztebl 2020; 117(7): A-302

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

20 Absolventen des Asklepios-Studiengangs der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin, die auf ihre deutsche Approbation warten, haben eine Petition eingereicht (http://daebl.de/HW41), um in Deutschland als Ärzte arbeiten zu können. Noch immer wird jungen Ärzten, die im Juni 2019 ihr Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen haben, die Approbation in Deutschland verwehrt. Das Problem ist, dass den Absolventen das polnische „Staz podyplowy“ (Staz) fehlt, das einem bis zum Jahr 2004 in Deutschland vorgesehenen Arzt im Praktikum entspricht, sowie das LEK, eine Aufnahmeprüfung für das Staz. Wie Absolventen des Studiengangs berichten, handelt es sich bei Staz und LEK um landesinterne Zusatzprüfungen, die beim internationalen Studium nicht vorgesehen sind. Laut einer EU-Richtlinie 2005/36/EG gilt in Polen eine ärztliche Ausbildung aber erst als abgeschlossen, wenn neben dem Diplom der ausbildenden Universität zusätzlich noch eine Bescheinigung über das Staz und die entsprechende mündliche Prüfung LEK beigebracht wird. „Polen muss die EU-Richtlinie präzisieren. Diese Präzisierung brauchen wir dringend, damit wir die Approbation rechtssicher erteilen können“, sagte Brandenburgs Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne). Laut Asklepios hat das polnische Ge­sund­heits­mi­nis­terium bereits vor Monaten in zwei Briefen schriftlich bestätigt, dass Staz und LEK nur notwendig sind, wenn der Arzt in Polen arbeiten möchte. Den deutschen Behörden genüge diese Klarstellung aber nicht. Das Ministerium in Brandenburg verlange eine Änderung der europäischen Richtlinien. In Warschau sehe man dafür keine Veranlassung, weil man sich eindeutig erklärt habe und alle anderen EU-Staaten die polnischen Abschlüsse anerkennen würden, so Asklepios. Der Konzern denkt darüber nach, die Medizinerausbildung in Stettin zu beenden. Die Petition läuft bis Ende April. hil

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema