MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Sinus pericranii

Sinus Pericranii

Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 136; DOI: 10.3238/arztebl.2020.0136a

Heppt, Franz; Meder, Christine; Wagner, Nicola

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Ein 25-jähriger Patient berichtete von einer, seit 2 Jahren circa alle 2–3 Monate rezidivierend auftretenden, weichen Schwellung mit zwei zuführenden, geschwollenen Gefäßen an der Stirn linksseitig (Abbildung a, Pfeil). Die Schwellung sei asymptomatisch, persistiere wenige Tage und bilde sich ohne Therapie zurück. Eine Magnetresonanz-Angiografie zeigte eine irregulär konfigurierte, venöse Gefäßstruktur in einem knöchernen Kanal der Schädelkalotte (Abbildung b, Pfeil), passend zu einem Sinus pericranii. Diese seltene Gefäßmalformation unklarer Ätiologie ist durch eine abnormale Anastomose zwischen den intra- und extrakraniellen venösen Gefäßsystemen, meist mittelliniennah, charakterisiert. Angeborene, syndromassoziierte und erworbene Fälle sind beschrieben. Der Patient erinnerte sich nicht an ein Trauma. Das intermittierende Auftreten ist ungeklärt. Die Prognose des Sinus pericranii ist meist gut: Spontane Rückbildungen, partielle Thrombosierungen, selten Blutungen mit Infektionsgefahr, wurden beschrieben. Bei neurologischen Symptomen oder aus kosmetischen Gründen ist eine gefäßchirurgische Intervention oder endovaskuläre Embolisation möglich. Im dargestellten Fall wurde hierauf wegen der geringen Beschwerdesymptomatik und der Größenkonstanz verzichtet und eine Verlaufskontrolle vereinbart.

Dr. med. Franz Heppt, Christine Meder, Dr. med. Nicola Wagner, Hautklinik, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,
franz.heppt@uk-erlangen.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Heppt F, Meder C, Wagner N: Sinus Pericranii. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 136. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0136a

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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